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Bologna: Viel Bericht - Wenig Aktion

18.03.2015: // Bologna-Bericht ohne Studierende als gleichwertige Akteur*innen.
// Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast: Probleme bei Masterplätzen und psycho-sozialer Belastung ignoriert.

Der heute dem Bundestag vorliegende Bologna-Bericht (1) zeigt wieder deutlich die Mentalität der hochschulpolitischen Akteur*innen: Mit Studierenden reden ja, auf Studierende hören nein. Die Berücksichtigung der Studierenden in Hochschulpolitik und an Hochschulen darf sich nicht auf Zuhören beschränken. Studierende müssen wie im Bologna-Prozess gefordert als gleichwertige Partner*innen in Entscheidungen und die Vorbereitung dieser einbezogen werden.

Dazu Isabella Albert, Mitglied des Vorstandes des fzs: "Der Bologna-Prozess könnte zu einer stärkeren Beteiligung der Studierenden an der Gestaltung ihres Studiums führen. Dafür dürfen sich die Hochschulen nicht länger nur den repressiven Seiten von Bologna verpflichtet fühlen. Studierendenzentrierung ist eine wesentliche Forderung der europäischen Bologna-Akteur*innen, die in der BRD zu kurz kommt. Das viel beklagte politische Desinteresse der Studierenden ist vom System gewollt und kann nur mit mehr Freiräumen für Studierende durchbrochen werden."

Im Bologna-Bericht werden Forschungsergebnisse isoliert dargestellt und fragwürdige Zusammenhänge hergestellt. Die Intention des Berichts ist eindeutig ein schönes Bild statt einer korrekten Analyse. So wird der Anstieg des Bedarfs an psycho-sozialer Beratung genauso klein gerechnet wie der Mangel an Masterplätzen. Die Zahlen der BAföG-Empfänger*innen werden zu hoch angegeben, genau so wie der Erfolg bei der Entwicklung von Teilzeitstudiengängen.

Dazu Isabella Albert weiter: "Wir beobachten die übliche Lobhudelei bei der Bewertung der Umsetzung des Bologna-Prozesses. Bei der Bewertung der Masterplatzkapazität werden die Zugangshürden völlig außer Acht gelassen. Es wird über freie Plätze in zulassungsbeschränkten Studiengängen gesprochen, ohne zu erwähnen, wer alles vom Vergabeverfahren ausgeschlossen wurde. Die Länder sind auf Tricks in der Statistik angewiesen, um Erfolge zu vermelden. Genau so bei der steigenden Anzahl des Bedarfs an psycho-sozialer Beratung der Studierenden. Der Bericht versucht dies mit gestiegenen Studierendenzahlen zu begründen. Das deutsche Studierendenwerk DSW (2) und der Konstanzer Studierendensurvey (3) - beide mit BMBF-Förderung - belegen, dass der Druck auf die Studierenden wächst und nicht nur die Studierendenzahl. Diese Zahlen finden sich im Bericht leider nicht wieder."

(1) www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2015/03/2015-03-18-bologna-bericht.html

(2) www.sozialerhebung.de/erhebung_20/soz_20_haupt

(3) www.bmbf.de/de/25012.php

Zugehörige Dateien:
150318Bologna.pdfDownload (489 kb)
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