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Zulassungschaos geht weiter - Studierende zahlen weiter die Zeche

27.01.2009: Studentischer Dachverband kritisiert Verlängerung der Misere aufs Schärfste

Berlin (fzs). Der fzs äußert sich angesichts der heutigen Sondersitzung der HRK entsetzt über die Fortführung des Zulassungschaos an den Hochschulen. Dem Anschein nach, wird wegen den ungelösten Fragen zwischen HRK, ZVS und Politik keine Verbesserung zu Beginn des Studienjahres 2009/10 zu erwarten sein.

Hierzu erklärt Florian Keller, Mitglied des fzs-Vorstands: "Mit diesem Scheitern zeichnet sich ein trauriges Lehrbuchbeispiel für den, durch die Föderalismusreform verschärften, Bildungsföderalismus ab. In der BRD scheint es zur Zeit nicht möglich zu sein, grundlegende Verwaltungsaufgaben im Bildungssystem gemeinsam zu stemmen. Die Folgen für Studienbewerberinnen und Bewerber sind verheerend."

Oftmals wird in der Diskussion die Schuld bei den StudienbewerberInnen gesucht, welche durch Mehrfachbewerbungen das Chaos erst produzieren würden. Der fzs lehnt diese Verdrehung der Tatsachen vehement ab: "Der Systemfehler liegt in dem generellen Mangel an Studienplätzen in Deutschland und in den ungerechten Bewerbungsverfahren der Hochschulen. Die BewerberInnen schreiben diese Vielzahl von kostspieligen Briefen sicherlich nicht zum Spaß - sondern wegen der von Landesregierungen und Hochschulen generierten Unsicherheit und der untragbaren Mängelverwaltung" erklärt Anja Gadow, ebenfalls Mitglied des fzs-Vorstands.

Die betroffenen Studierenden stehen, wenn die erhoffte Zusage für das gewünschten Studienfach und Studienort nicht rechtzeitig eintrifft, nicht nur vor einer ungewissen Zukunft, sondern oftmals auch vor enormem Aufwand. "Wenn jemand sich schweren Herzens, um überhaupt einen Studienplatz zu bekommen, sich auf ein anderes Fach am anderen Ende der Republik einschreibt, dann aber manchmal Monate später in einem Nachrückverfahren doch noch die gewünschte Zusage eintrifft, währt die Freude nur sehr kurz. In diesem Fall wird es sowohl finanziell und auch im Studium sehr schwer: Ein weiterer Umzug und manchmal eine weitere Zahlung von Studiengebühren wollen finanziert sein, vom enormen Lernaufwand, wenn an der neuen Hochschule der Stoff der ersten Wochen nachgelernt werden muss ganz zu schweigen!" äußert sich Florian Keller empört.

Aus Sicht des fzs zeichnet sich im aktuellen Kompetenzgerangel unter den Bundesländern sowie dem offensichtlich nicht ausreichenden Willen Bundesbildungsministerin Schaven keine Lösung für die Misere ab. "Es scheint, als ob das Problem nur durch ein zentrales Zulassungsgesetz lösen lässt. Hier müssen sich dann aber alle Hochschulen beteiligen - und Mobilitätshindernisse wie etwa verschobene Semesterzeiten radikal ausgeräumt werden." so Gadow abschliessend.

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