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Ab jetzt F*Antifa: Geschlechterverhältnisse und antifaschistische Praxis.

Freitag, 21.11.2014, 17:00 Uhr bis Sonntag, 23.11.2014, 15:00 Uhr

Eine Wochenendtagung zur Nachbereitung der Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie und zur Vorbereitung auf das festival contre le racisme.
Die Tagung findet in Bamberg statt.

1. Zur Einführung

Die gröbste Schnittmenge antifaschistischer und queerfeministischer Arbeit liegt offen zu Tage: Menschliche Emanzipation. Die Überwindung sozialer Herrschaftsverhältnisse. Doch was sind das für Herrschaftsverhältnisse? Wie sind sie strukturiert? Woher kommen sie? Wie funktionieren sie? Wie lassen sie sich überwinden? Was versperrt ihre Abschaffung? Und wie hängen sie miteinander zusammen?
Tatsächlich sind die Antworten auf diese Fragen alles andere als geklärt. Das wird nicht erst dann deutlich, wenn die letzten Ableitungsmarxist*innen klammheimlich noch immer in Haupt- und Nebenwidersprüchen denken oder radikale dekonstruktivist*innen materielle Verhältnisse als sprachliche Konstrukte ausweisen wollen. Schon in der oberflächlichen Praxis schlagen sich blinde Flecken durch. Sogenannte progressive Politik ist nicht viel anders als bürgerliche Politik vielerorts weiß und männlich markiert bzw. dominiert. Das zeigt sich an Redeverhalten, Raumgestaltung, Themenwahl, Strategieüberlegungen, Freizeitgestaltung und nicht zuletzt an der Zusammensetzung vieler Gruppen. Es ist daher noch immer an der Zeit, die Beziehung verschiedener Herrschaftsverhältnisse zu analysieren und dabei die eigene Praxis zu reflektieren.
Am kommenden Wochenende wollen wir uns mit antifaschistische Arbeit auseinandersetzen und diese aus einer queerfeministischen Perspektive beleuchten. Dabei soll es auch um konkrete politische Aktionsformen wie die „Gesellschaft macht Geschlecht“ Tage oder das „festival contre le racisme“ gehen. Dabei werden wird wir uns auch mit dem Thema „Antiziganismus“ genauer befassen.
Schließlich weisen die Ausgrenzungen, Diskriminierungen und Verfolgungen von „Zigeuner*innen“ inzwischen eine Jahrhunderte währende Geschichte auf, welche in den Vernichtungslagern des nationalsozialistischen Barbarei kulminierte. Mit dem Sturz Nazi-regimes durch die Alliierten ist es in Deutschland - entgegen landläufiger Mythen - allerdings zu keiner Stunde Null gekommen. Weder personell noch hinsichtlich der grundlegenden gesellschaftlichen Strukturmechanismen und der damit zusammenhängenden Herrschaftsverhältnisse ist es zu den überfälligen historischen Brüchen gekommen. Ganz in diesem Sinne setzen sich noch immer antiziganistische Anfeindungen fort. Sie sind in allen sozialen Schichten und Alterskohorten anzutreffen. Laut der GMF Survey (Heitmeier 2012) stellen 44 % der Befragten Sinti und Roma unter einen generellen Kriminalverdacht. Seit jeher wird ein massiv stigmatisierendes Bild einer vermeintlich homogenen Gruppe gezeichnet. Gleichzeitig ist die wissenschaftliche Analyse und Kritik des Antiziganismus auch heute noch vollkommen marginal. Das wollen wir durchbrechen!

2. Tagungs- und Übernachtungsort

Die Veranstaltung findet in Bamberg statt. Eine Wegbeschreibung zu konkreten Übernachtungs- und Tagungsorten wird euch zugeschickt, wenn ihr euch angemeldet habt.

3. Teilnahmebeitag

  • 30,00 EUR für Teilnehmer*innen von fzs-Mitgliedsstudierendenschaften
  • 75,00 EUR für Teilnehmer*innen von Nichtmitgliedern
  • Personen aus Strukturen, die nicht in der Lage sind Teilnahmebeitäge zu finanzieren, können einen Antrag auf Erlass der Gebühr stellen.

Programm:

Freitag

17 Uhr Ankunft
18 Uhr Abendessen (?)
19 Uhr Antizganismus und Geschlecht (Markus End)

Samstag

bis 10 Uhr Frühstück
9:30 Uhr (bis 13 Uhr) Antifaschismus und Feminismus (Arbeitstitel) (Cindy Salzwedel)
12 Uhr (bis 18 Uhr) Kritische Theorie des Antiziganismus (Nico Bobka)
13 Uhr Mittagessen
15 Uhr (bis etwa 17:30 Uhr) Communities of Care: Queere Politiken der Reproduktion (Mike Laufenberg)
18 Uhr Abendessen (?)
19 Uhr (offenes Ende)Zwischen Subversion und Vereinnahmung - (Queer-)Feministische Theorie und Praxis in den aktuellen Metamorphosen kapitalistischer Vergesellschaftung (Tino Heim)
20:30 Uhr Lesung "Das himmlische Kreuz" (Sarah Borowik)

Sonntag

bis 10 Uhr Frühstück
11 Uhr Antiziganismus und Arbeitsgesellschaft (Roswitha Scholz)
13 Uhr Mittagessen (?)
14 Uhr Auswertung

Dateien:
Sitzung_03b_Haug-1.pdf (3331 kb)
Sitzung_13_Soiland.pdf (1729 kb)
scholz_antiziganismus.pdf (2120 kb)
maciejewski_psychoanalyse des geschichtlich unheimlichen.pdf (2848 kb)
adorno_horkheimer_briefwechsel.pdf (496 kb)
adorno_horkheimer_elemente des antisemitismus.pdf (281 kb)
maciejewski_elemente des antiziganismus.pdf (3308 kb)

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