Hintergrund - Gleichstellung
Gleichstellung umfasst sowohl die Gleichstellung von Männern und Frauen als auch Chancengleichheit für alle Studierenden, unabhängig von sozialem und finanziellem Hintergrund und der Herkunft. Die Hochschulen geben sich als wissenschaftliche Einrichtungen und als forschende Institutionen auch immer als zukunftsweisend und vorausschauend. Das trifft wohl für viele technische Neuerungen auch zu, bei der Gleichbehandlung von Menschen, die nicht der bekannten Norm entsprechen, hört das fortschrittliche Denken in der Regel auf. Die Wissenschaften und auch die Hochschulen gehen von einem klassischen männlichen, weissen, heterosexuellen Normalbild aus, dass wenig Platz lässt für Frauen, Menschen ausländischer Herkunft kranke und behinderte Studierende oder finanziell schlechter gestellten Menschen. Während über die Hälfte der StudienanfängerInnen Frauen sind, sind nur noch 14% der ProfessorInnen weiblich und die Forschung und Lehre klammert geschlechtsspezifische Aspekte in der Regel aus. Ausländische Studierende sind nicht selten von rasssistischen Diskriminierungen bei Prüfungen oder bei bürokratischen Wegen betroffen. Studierenden mit Behinderungen scheitern meist schon an der Eingangstür der Hochschulen, vielfach ist spätestens bei Sonderregelungen zu Prüfungen kaum entgegenkommen der Hochschule zu erwarten. Die Selektion im Bildungssystem aufgrund des finanziellen Hintergrunds der eigenen Familie ist in Deutschland so groß wie in fast keinem anderen OECD-Staat. Die meisten Studierenden haben Eltern, die auch schon studiert haben, nur sehr wenige Studierende aus finanziell schwachen Familien bekommen eine Unterstützung, mit der sie ein Studium aufnehmen und auch beenden können.
Der fzs setzt sich für eine Hochschullandschaft ein, in der niemand wegen des Geschlechts, der sozialen Herkunft, einer Krankheit, Staatsangehörigkeit oder Rasse benachteiligt wird. Die gegebenen Benachteiligungen müssen abgebaut werden und die Betroffenen unterstützt werden.Vielfach sind strukturelle Veränderungen notwendig, um den Zugang zur Hochschule möglich zu machen und attraktiv zu machen. Gleichstellung muss dabei mehr sein als nur die formal gleiche Berechtigung, ein Studium aufzunehmen und eine wissenschaftliche Tätigkeit aufzunehmen. Der fzs will gemeinsam mit den lokalen Studierendenvertretungen Strategien entwicklen, wie benachteiligte Studierende unterstützt werden können.
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