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fzs sieht erhebliche Defizite bei der Gestaltung eines europäischen Hochschulraums

13.05.2005: Berlin: Im Vorfeld der Konferenz der europäischen BildungsministerInnen in Bergen zieht der Studierendendachverband fzs ein ernüchterndes Fazit der bisherigen Gestaltung des Europäischen Hochschulraums.

Unter dem Deckmantel der Europäisierung finde ein massiver Bildungsabbau statt, der sich exemplarisch an der Beschränkung des Masterzugangs zeige. Die unternommenen Schritte in Richtung eines stärkeren internationalen Austausches und einer stärkeren Mobilitätsförderung seien unreflektiert und substanzlos.

"Für die Studierenden entstehen durch die Umstellung meist mehr Nachteile als Vorteile", meint fzs-Vorstandsmitglied Steffi Geyer, "Die kurzen Bachelor-Studiengänge bieten ihnen keine wissenschaftliche Ausbildung, und eine Vergleichbarkeit ist weder innerhalb von Deutschland noch auf europäischer Ebene gegeben. Durch die Beschränkung des Masterzugangs werden Studienmöglichkeiten - und damit die Berufsfreiheit - deutlich eingeschränkt."

Angesichts der großen Worte, die die Europäischen BildungsministerInnen in Berlin vor zwei Jahren für ihr gemeinsames Projekt des einheitlichen europäischen Hochschulraums fanden, sei das Erreichte sehr enttäuschend. Mit "Bologna", so die Bekundung im damaligen Abschlusskommuniqué, solle der Abbau von sozialen und geschlechtsspezifischen Unterschieden im Bildungssystem erreicht werden. Studierende seien bei der Umsetzung auf allen Ebenen gleichberechtigte Partnerinnen und Partner.

"Große Worte, aber nichts dahinter", meint Vorstandskollegin Nele Hirsch, "Von einer qualitativen Studienreform sind wir meilenweit entfernt. Anstatt über Inhalte zu diskutieren, sind die Hochschulen mit der Berechnung von ECTS-Punkten beschäftigt. Möglichst viele Studiengänge sollen in möglichst kurzer Zeit auf die neuen Bachelor und Master-Abschlüsse umgestellt werden. Warum das als Erfolg verbucht wird, ist für uns unverständlich." Die Studierenden fordern statt dessen eine Studienreform, die sich an sozialen und demokratischen Gesichtspunkten orientiert.

Zudem sei es dringend erforderlich, dass alle Mitglieder der Hochschulen gleichberechtigt ihre Interessen vertreten können. Das gilt vor allem auch für die Beschäftigten in den Bereichen Technik und Verwaltung.

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