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themen > sozialpolitik > soziale rahmenbedingungen

Nachfrage bei der Sozialberatung steigt an

19.11.2008: Bachelor & Master, Studiengebühren und wenig Freiräume: Studierende müssen immer häufiger professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, um ihren Studienalltag zu bestehen.

Studierende brauchen immer mehr Beratung, um ihr Studium erfolgreich zu bestehen: Prüfungsängste, Stressbelastung und Leistungsdruck nehmen besonders stark zu - und das besonders bei Studierenden, die sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen müssen. Das sind die Ergebnisse einer Umfrage der Presseagentur dpa, die in den baden-württembergischen Studentenwerke die Beratungsstellen befragt hat.

Die Beratungsstellen der Studentenwerke berichten, dass gerade die Umstellung der Studiengänge auf Bachelor und Master zu einer erheblichen Verdichtung der Studienpläne geführt habe und Studierende "oft bis zur Erschöpfung - sieben Tage nonstop" lernten, wie eine Beraterin vom Studentenwerk Ulm gegenüber der dpa deutlich macht. Dies sei auch das Ergebnis von stärkeren Aussiebungsprozessen an den Hochschulen. Hinzu kommt erhöhter Druck durch die Erhebung von Studiengebühren.

Auch das Deutsche Studentenwerk (DSW) wies auf die erheblichen Belastungen von Studierenden hin. Gerade Studierende mit Kind, Studierende mit Behinderung oder chronischer Krankheit sowie Menschen mit finanziellen Problemen seien betroffen. "Die Luft wird dünner für alle, die nicht dem Typus des finanziell sorgenfreien Vollzeitstudierenden entsprechen", erklärte Andrea Hoops, die stellvertretende Generalsekretärin des DSW.

Die Nachfrage nach Beratungsangeboten ist bei den Studentenwerken im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 20% angestiegen. Allerdings steht dieser hohen Nachfrage nur selten ein entsprechendes Angebot gegenüber: Denn nur an 41 der 58 Studentenwerke bestehen überhaupt Beratungsstellen, die jährlich über 66.000 Kontakte mit Studierenden haben. In Baden-Württemberg hat das Land in den vergangenen Jahren die verfügbaren Stellen um bis zu 50% reduziert - auf mittlerweile nur noch durchschnittlich 3,5 Stellen pro Studentenwerk. Politisch jedenfalls ist das angesichts des steigenden Bedarfs das denkbar falscheste Zeichen.

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