DIGITALISIERUNG AN HOCHSCHULEN – KEINE ANALOGEN HOCHSCHULEN IN EINER DIGITALEN WELT

0. Allgemeiner Teil

Der digitale Wandel schreitet immer schneller vorran und verändert massiv unser 
Leben in allen Bereichen. Die Geschwindigkeit der Digitalisierung bereitet auf 
verschiedenen Ebenen große Probleme, da die Politik kaum hinterhekommt, um dem 
gerecht zu werden. So ist auch der Hochschulbereich davon nicht ausgenommen. 
Digitalisierung bietet viele Chancen, ist dabei aber kein Selbstzweck. Gerade 
die Ausfälle der kompletten IT-Systeme in den Universitäten Gießen und 
Maastricht haben gezeigt, vor welchen enormen Herausforderungen die Hochschulen 
stehen. Um sowohl Sichherheitsstandard als auch den gesellschaftlichen 
Ansprüchen gerecht zu werden, sind folgende Punkte unabdingbar: ausreichende 
Finanzierung, strukturelle Veränderung, Weiterbildung des Personals und sowohl 
die Entwicklung als auch die tatsächliche Umsetzung von durchdachten Konzepten.

Der freie zusammenschluss der student*innschaften fordert daher die 
Hochschulleitungen und bildungspolitische Akteur*innen 
dazu auf, dieses 
Strategiepapier zu berücksichtigen, sodass Hochschulen der Digitalisierung nicht 
mehr nur reaktiv begegnen, sondern aktiv gemeinsam mit allen Akteuren gestalten. 
Dabei ist eine ganzheitliche Sichtweise von enormer Bedeutung, weshalb das 
Strategiepapier nicht nur den Bereich „Lehre und Studium“ abdeckt sondern auch 
„Verwaltung“ und „Service“. Digitalisierung muss aus der Perspektive von allen 
Statusgruppen funktionieren. Die einzelnen Kategorien werden systematisch in 
Infrastuktur, Kompetenzen und Tools unterteilt. Dies soll insbesondere 
verdeutlichen, dass Digitalisierung kein Selbstzweck ist und die Hochschulen als 
Ganzes in den Blick nehmen muss. Hinzu kommen die Querschnittsthemen 
Privatsphäre, Chancengleichheit und Nachhaltigkeit. Die Ansprüche an die 
Einhaltung der Privatsphäre und der Datensicherherheit dürfen nicht aufgrund von 
IT Lösungen verringert werden. Für eine gerechte Gesellschaft muss auch in der 
Digitalisierung für Chancengleichheit gesorgt werden. Es darf niemand 
ausgeschlossen und es dürfen keine neuen Barrieren aufgebaut werden. Eine 
besondere Betonung liegt auch bei der Nachhaltigkeit. Einerseits aus der 
Perspektive der Umwelt und andererseits aus der Perspektive von übergreifend 
kompatiblen IT Lösungen.

1. Lehre und Studium

Hochschulen dienen als Orte des Lernens und Begegnens. Die Bereiche Studium und 
Lehre spielen daher eine zentrale Rolle. Die Digitalisierung der Hochschulen 
muss dieser gerecht werden und digitales Lehren und Lernen unterstützen. Dabei 
ist es wichtig, dass Digitalisierung ganzheitlich betrachtet wird und alle 
Menschen mitgenommen werden. Das Ziel muss sein, dass alle Mitglieder der 
Hochschulen nicht nur auf eine digitale Gesellschaft vorbereitet werden, sondern 
diese auch partizipativ mitgestalten.

Die Politik hat erkannt, dass die Hochschulen bei der Digitalisierung zusätzlich 
unterstützt werden müssen. Doch die Mittel, die mit dem sogenannten 
Zukunftsvertrag „Studium und Lehre stärken“ und dem Innovationspakt „Innovation 
in der Hochschule“ zur Verfügung gestellt werden, werden hierfür nicht 
ausreichen. Zudem entsteht eine Förderungslücke, bei welcher besonders Stellen 
aus dem Bereich der Hochschuldidaktik gefährdet sein werden.

Wir fordern, dass die Förderungslücke nach dem Qualitätspakt Lehre (kurz: QPL) 
und vor dem neuen Innovationspakt „Innovation in der Hochschule“ nicht zu Lasten 
der Studierenden fällt. Hohe Lehr- und Studiumsqualität muss auch sichergestellt 
werden, wenn die finanzielle Förderung durch die neue Organisationseinheit 
(Alfred Toepfer Stiftung F.V.S) noch nicht ausgezahlt wurde, der QPL jedoch 
bereits ausgelaufen ist. Die neue Organisationseinheit soll sicherstellen, dass 
Studierende an der Gestaltung von Studium und Lehre gemäß unseren Forderungen 
beteiligt sind. Insbesondere bei digitaler Lehre wollen wir als Studierende 
aktiv eingebunden werden. Digitale Lehre verstehen wir nicht als Selbstzweck, 
sondern sie sollte adressat*innengerecht stattfinden.

Um digitale Lehre an Hochschulen strukturell zu verankern, fordern wir an allen 
Hochschulen ein Leitbild zur digitalen Lehre. Dieses sollte an das 
hochschulinerne Leitbild Lehre anknüpfen und Digitalisierung aufgreifen. Das 
Leitbild zur digitalen Lehre muss in einem transparenten und offenem Prozess mit 
Einbindung aller relevanten Akteur*innen (Hochschulmitarbeitende, Lehrende, 
Studierende) entwickelt werden. Anhand des gestalteten Leitbilds können Anträge 
an die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S gestellt werden. Somit wird sichergestellt, 
dass auch die Forderungen der Studierenden bei Förderanträgen berücksichtigt 
werden.

1.1. Infrastruktur

Um Lehre sinnvoll gestalten zu können und Studierenden einen reibungslosen 
Studienalltag zu ermöglichen, werden Lehrräume mit ausreichender Ausstattung 
benötigt. Es muss für eine gute Lern- und Lehrumgebung gesorgt werden, in der es 
möglich ist didaktische Konzepte zweckmäßig umzusetzen. Die Infrastruktur der 
Lehrräume muss frei bewegliches Mobiliar, ausreichend Platz zum Einsatz 
unterschiedlicher Lehrmethoden und genügend Zugänge für möglichst hohe 
Kompatibilität (VGA; HDMI,, etc. und Adapter) beinhalten. Beamer und 
Anschlusskabel sowie eine moderne mediale Ausstattung (z. B. Interactive 
Whiteboard, Dokumentenkamera) der Lehrräume müssen vorhanden sein, ebenso wie 
Möglichkeiten, bspw. Virtual Reality umzusetzen. Grundvoraussetzung hierfür ist 
jedoch die ausreichende Ausstattung mit Steckdosen für alle Studierende und 
Lehrende. Dies gilt sowohl für Hörsäle und Seminarräume als auch für 
studentische Arbeitsräume und Büros.

Um eine gleichberechtigte Teilhabe am Studium zu ermöglichen, muss es 
umfangreich ausgestattete und barrierefreie, für alle Hochschulangehörigen 
ausnahmslos zugängliche Computerpoolräume mit entgegenkommenden Öffnungszeiten 
geben, mit Computern mit aktueller Hard- und Software. Die Erarbeitung eines 
eigenen Softwareangebots ist erstrebenswert, aber Hochschulen können nicht in 
die Rolle von Softwareentwicklungsunternehmen gezwungen werden. Daher sind 
geeignete Open Source Softwares zu berücksichtigen. Um die Tauglichkeit 
sämtlicher IT-Angebote zu gewährleisten, sind deren Nutzer*innen zu involvieren.

Das Learning Management System (LMS) ebenso wie das Campus Management System 
(CMS) müssen gut strukturiertund übersichtlich gestaltet sein. Es ist 
essenziell, dass alle nötigen Voraussetzungen auf technischer Seite erfüllt 
sind. Insbesondere zu Hochauslastungszeiten, wie Prüfungsanmeldungen, müssen die 
Server standhalten um einen reibungslosen Studienbetrieb zu ermöglichen. Die 
Systeme müssen den flexiblen Anforderungen an die Gestaltung von Studiengängen 
und Prüfungsordnungen gerecht werden. Es ist nicht hinnehmbar, dass sinnvolle 
und nötige Änderungen an Studiengängen nicht vorgenommen werden, weil angeblich 
das genutzte Campusmanagementsystem diese nicht abbilden könne.

Sowohl bei LMS als auch CMS ist die Transparenz der Prozesse unerlässlich. Daher 
müssen alle Stakeholder, insbesondere aber die Studierenden und die Lehrenden an 
der Entwicklung und Spezifikation der Anforderungen an die Systeme beteiligt 
werden. Wir fordern konsequenten Schutz sensibler Daten der Studierenden und 
Lehrenden sowie die Verschlüsselung aller Daten. Auch erachten wir eine 
Zugriffskontrolle im Sinne der Datensparsamkeit für wichtig, um nur die Daten 
einsehen zu können, die absolut notwendig sind.

Darüber hinaus ist es wichtig, für nachhaltige Lösungen zu sorgen, die 
kompatibel mit dem Gesamtkomplex der IT-Infrastruktur der Hochschulen sind. 
Gerade im Bereich der Lehre können viele verschiedene Systeme eingesetzt werden. 
Dies ist deutlich zu begrüßen. Dabei ist es aber wichtig, dass alle Systeme eine 
Schnittstelle zueinander bieten. Damit ist es möglich, sowohl eigene Innovative 
Lösungen zu nutzen als auch Lösungen anderer zu nutzen. Gleichzeitig muss aber 
der Datenschutz aller geachtet werden.

Außerdem muss ausreichend Personal für die Betreuung der Infrastruktur vorhanden 
sein. Bei steigenden Anforderungen müssen die Stellen entsprechend mitwachsen.

1.2. Kompetenzen

Die Zielkompetenzen von Studierenden schlagen sich vor allem in der kritischen 
Reflexion der Digitalisierung nieder. Informationelle Selbstbestimmung sollte 
dazu beitragen, dass Studierende sich eigenständig in einer digitalisierten Welt 
bewegen können. Dies umfasst auch das Recht auf informative Selbstbestimmung. 
Insbesondere diese Mündigkeit wird in der Charta Digitale Bildung ausgedrückt. 
Demzufolge sollte die Vermittlung des für eine Digitalkompetenz relevanten 
Wissens in allen Studiengängen übergreifend zu finden sein, sich auch in deren 
Gestaltung widerspiegeln und bei der Curriculumsplanung berücksichtigt werden. 
Andersherum ist Platz für Ethik in den z. B: MINT-Fächern sicher zu stellen, um 
MINT-Studierende mit digitalen Handlungskompetenzen auszustatten und deren 
Anwendung kritisch zu reflektieren. Ferner sollen Studierende durch das Vorleben 
einer inklusiven digitalen Didaktik zum Nachleben (z. B. im späteren 
Berufsleben) motiviert werden.

Der fzs unterschreibt die Charta Digitale Bildung ( https://charta-digitale-
bildung.de/
 ) mit dem Kommentar „Digitale Kompetenzen bedeuten einen 
selbstbestimmten Umgang mit digitalen Medien, Anwendungen und neuen 
Technologien. Sie befähigen zu einer verantwortungsvollen und bewussten Nutzung, 
sowohl in Bezug auf das eigene, als auch das gesellschaftliche Wohlergehen. Alle 
Bildungseinrichtungen sollten der Vermittlung dieser Fähigkeiten Priorität 
einräumen, die für eine freie und gerechte Gesellschaft unerlässlich sind.“

Dementsprechend als Voraussetzungen für gute Lehre erachten wir 
hochschuldidaktische Kenntnisse auf der Lehrendenseite als zwingend notwendig. 
Gerade für Lehrende mit geringer Lehrerfahrung sollte die Teilnahme an einem 
hochschuldidaktischen Qualifizierungsprogramm verbindlich sein. Doch alle in der 
Lehre tätigen Personen müssen ebenso vertraut mit digitaler Didaktik sein. Fall 
dem nicht so ist, müssen sie entsprechende Weiterbildungen besuchen. Dabei muss 
insbesondere die kritische Reflexion gegenüber der Digitalisierung den Lehrenden 
eine Selbstverständlichkeit und ein deutliches Anliegen sein. Nur so können sie 
den Studierenden auch einen kritischen Umgang mit Digitalisierung vermitteln. 
Durch Lehrfreisemester können Räume für die Aneignung und Weiterentwicklung 
innovativer und digitaler Lehre geschaffen werden. Vordergründig sollte ebenso 
die Reflexion über den sinnvollen Einsatz digitaler in Ergänzung zu analoger 
Lehre sein.

In Zeiten zunehmender Studierendenzahlen und wachsender Heterogenität dienen 
diese Maßnahmen auch dazu, Barrieren abzubauen und Chancengerechtigkeit zu 
ermöglichen, z. B. indem Kursgeschehnisse mit möglichst kurzer Verzögerung 
nachvollziehbar für alle Teilnehmer*innen zur Verfügung stehen. Dafür müssen die 
Hochschullehrkräfte für die vielfältigen Dimensionen von Diversität 
sensibilisiert werden und ggf. durch weiteres Universitätspersonal unterstützt 
werden.

Digitale Lehre fällt nicht auf magische Art und Weise vom Himmel. Sie muss 
entwickelt werden. Dafür sind Ansprechpersonen für die Lehrenden nötig. Diese 
dienen den Lehrenden als Anlaufstelle um Anforderungen, die mit digitaler Lehre 
einhergehen, zu bewältigen. Solche Stellen müssen entfristet und als 
Vollzeitstellen ausgelegt sein. Diese Ansprechpersonen sollten auch von 
Studierenden als Anlaufpunkt genutzt werden für innovative Ideen in der Lehre 
und können daher Impulse für den digitalen Wandel setzen. Ebenso müssen genügend 
Ressourcen von der Hochschule zur Verfügung gestellt werden, um eine 
fortlaufende Weiterbildung der Ansprechpersonen zu gewährleisten.

Am Ende der Lehre muss auch entsprechende Prüfung möglich sein, also mitunter E-
Klausuren, wofür die Hochschulen entsprechende Ordnungen ggf. angleichen müssen. 
Im Rahmen der Prüfungen müssen ebenso die vermittelten 
Digitalisierungskompetenzen geprüft werden. Dazu müssen geeignete Prüfungsformen 
genutzt werden. Bei der Neu- und Weiterentwicklung von Studiengängen müssen 
diese Aspekte betrachtet werden. Kompetenzorientiertes und Studierenden 
zentriertes Prüfen sind auch an eine digitalisierten Hochschule möglich!

1.3. Tools und Software

Für eine interaktive Lehre im Sinne von Sozialkompetenz empfehlen sich Tools, 
die Interaktion fördern (auch über den Kurs hinaus mit z. B. MOOC) und 
Frontalphasen in die Vor- bzw. Nachbereitungsphase eines Kurses schieben 
(Inverted/Flipped Classroom). Bei all dem sind Datenschutz und Privatsphäre 
einzuhalten. Weiter ist im Rahmen von MOOC und MC’s darauf zu achten, dass ein 
Kompetenzzuwachs innerhalb des Studienprogramms selbstverständlich transparent 
und nachvollziehbar darzustellen. Außerhalb des Studienprogrammcurriculums muss 
er durch kostenlose Zertifikate dokumentiert werden können. Eine Auslagerung an 
die Privatwirtschaft mit ad absurdum zersplitterten Micro Credentials 
verurteilen wir/sehen wir sehr kritisch und rufen dazu auf, solchen Vorhaben den 
öffentlichen Bildungsinstitutionen zu überlassen. Bildung muss allen offen 
stehen und frei von jeglich Kosten sein.

Insgesamt sollen für die Umsetzung erfolgreicher Lehre notwendigen Tools und 
Software bevorzugt ressourcenunabhängiges Open Source Material verwendet werden, 
um möglichst ständige Zugänglichkeit für alle an den Hochschulen tätigen 
Personen zu gewährleisten und somit Chancengleichheit zu stärken, aber auch um 
Optionserweiterung vornehmen zu können. So sind die Hochschulen unabhängig von 
großen Konzernen und können Software nutzen, die tatsächlich zu ihren eigenen 
Bedürfnissen passt. Darüber hinaus fordern wir, dass alle Software, die durch 
Hochschulen entwickelt wird, als Open Source zur Verfügung gestellt wird. 
Öffentlich zugängliche Daten können nachhaltig genutzt werden, wohingegen 
private Daten nachdrücklich geschützt werden müssen.

Der fzs schließt sich damit der „Public Money, Public Code“-Kampange an 
(https://publiccode.eu/de/).

2. Verwaltung

Täglich interagieren Studierende und Lehrende mit der Verwaltung. Eine 
Hochschule ohne Verwaltung ist in der heutigen Zeit ist nicht denkbar. Um so 
wichtiger ist es, dass auch für die Verwaltung die Grundlagen für digitales 
Arbeiten geschaffen werden. Eine digitalisierte Hochschule mit einere analogen 
Verwaltung ist nicht denkbar, aber aktuell noch die Realität an sehr vielen 
deutschen Hochschulen. Dieser Zustand ist für den fzs nicht akzeptabel.

2.1. Infrastruktur

Um der Verwaltung digitales Arbeiten zu ermöglichen, benötigt es Mobiliar, das 
den fortwährenden Umgang mit digitaler Hardware ermöglicht und gleichzeitig 
erleichert. Dies kann zum Beispiel durch höhenverstellbare Stühle und Tische 
gewährleistet werden. Dies ist auch dahingehend notwendig, dass die 
Mitarbeitenden der Verwaltung die meiste Arbeitszeit sitzend vor dem Rechner 
verbringt. Die Hardware, mit der die Verwaltung tagtäglich arbeitet, muss 
regelmäßig auf den neusten Stand gebracht werden. Es ist kein akzeptabler 
Zustand, wenn Verwaltungsmitarbeitende einen großen Teil ihrer Arbeitszeit mit 
auf den Rechner verbringen. Gerade in Anbetracht dessen, dass die Verwatlung das 
Rückgrat der Hochschule bildet, muss sichergestellt werden, dass neben der 
Hardware auch die Software auf dem aktuellsten Stand ist. Auch im Kontext von 
sicherer Infrastruktur ist es essenziell, dass sowohl Hard- oder Software auf 
dem aktuellen Stand sind. Regelmäßige Investionen in die Hard- und Software sind 
ein weiterer Schritt in diese Richtung.

Wir fordern, dass die Hochschulen mit genügend Mitteln ausgestattet werden, um 
ihre gesamte technische Infrastruktur auf dem aktuellen Stand zu halten. 
Weiterhin fordern wir, dass bei der Anschaffung und Bereitstellung von Strom, 
Hard- und Software auf Nchhaltigkeit geachtet wird.

Um einen reibungslosen Ablauf für Studierende und Lehrende zu gewährleisten, 
fordern wir ein einheitliches Raumverwaltungssystem, das institutsübergreifend 
funktioniert. Somit wird sichergestellt, dass die Räume nach Bedarf gebucht und 
genutzt werden können. Ebenso müssen die Räume mit der erforderlichen 
Ausstattung für digitales Lehren und Lernen, wie beispielsweise Steckdosen, 
versehen sein. Diese Ausstattung muss auch in dem Raumverwaltungssystem 
ausgewiesen sein.

Die Digitalisierung muss immer als Ganzes gedacht, konzeptioniert und 
durchgeführt werden. Das bedeutet, dass alle Teile der Hochschule digitalisiert 
sein müssen. Eine digitale Lehre bringt niemandem etwas, wenn zugleich die 
Rückmeldung zu kommenden Semestern, die Anmeldung zu Prüfungen oder die Meldung 
von Scheinen in Papierform geschieht. Digitalisierung muss, wie auch 
Verschlüsselung, Ende-zu-Ende geschehen. Das heißt alle Teile einer Hochschule 
müssen digitalisiert sein und mit entsprechender Infrastruktur ausgstattet sein.

2.2. Kompetenzen

Die Verwaltungsmitarbeitenden sind bisweilen die Konstanten an Hochschulen. Das 
bedeutet, dass sie jede Entwicklung miterlebt und vorangetrieben haben. Mit der 
Digitalisierung steht die Hochschule vor einem weiteren großen Wandel. Dieser 
Wandel kann nur dann erfolgreich sein, wenn alle beteiligten Stakeholder die 
nötigen Kompetenzen haben. Daher fordern wir auch für die Verwaltung 
individuelle, zielgruppenorientierte Weiterbildung. So werden alle nötigen 
Kompetenzen vermittelt, für den Umgang mit den digitalen Tools, wie 
beispielsweise dem Campusmanagementsystem. Es ist dabei auch wichtig, dass diese 
Weiterbildungsmaßnahmen regelmäßig stattfinden. Wir erachten es als wesentlich 
für diese Schulungen, dass sie für eine Inklusion aller Mitarbeitenden sorgt. 
Die Chancengleichheit ist auch in der Verwaltung zu gewährleisten.

Daran anschließend muss insbesondere das Wissen über und den reflektieren Umgang 
mit Datenschutz im Vordergrund stehen. Die Verwaltung kommt mit hochsensiblen 
Daten aller Mitglieder und Angehörigen der Hochschule in Berührung. Es ist 
essenziell, dass die Verwaltung alle rechtlichen Vorgaben und ihre Auslegungen 
im Zusammenhang mit Datenschutz und Privatsphäre kennt. Es muss sichergestellt 
werden, dass die Verwaltung diese Vorgaben nicht nur kennt, sondern auch 
vollständig anwendet.

Die technischen Systeme, die Tools und auch die gesetzlichen Grundlagen ändern 
sich im Kontext des digitalen Wandels rasant. Daher ist wichtig, dass 
Mitarbeitende in Verwaltungen auch bereit sind, diesen Wandel mitzutragen. 
Unterstützend dazu können digitale Tools genutzt werden, um ein nachhaltiges 
Wissensmanagement sowie die Weitergabe von Praxiserfahrungen zu ermöglichen. So 
kann die Verwaltung den digitalen Wandel an den Hochschulen proaktiv 
mitgestalten.

2.3. Tools und Software

Derzeit ist bei vielen Menschen der Gedanke vorhanden, dass gerade im Bereich 
der Verwaltung die Digitalisierung alle Prozesse effizienter macht. Dem ist 
mitnichten so. Die Digitalisierung ist kein Selbstzweck!

Die Tools und die Software, die in der Verwaltung eingesetzt werden, müssen 
daher sorgsam ausgewählt werden. Die Mitarbeitenden der Verwaltung sind daher 
unbedingt an der Spezifizierung der Anforderungen zu beteiligen. Dies ist ein 
weiterer Weg, um die Akzeptanz zu steigern. Nur so kann sichergestellt werden, 
dass die Software alle nötigen Anforderungen enthält und auch für den Einsatz in 
der Realität geeignet ist. Wie in allen anderen bereich gilt auch hier, dass die 
Tools und die Software Open-Soucre sein müssen. Sie muss user-freundlich, 
verfügbar, benutzbar, transparent, barrierefrei und verständlich sein.

3. Service 

Das Service-System jeder Hochschule stellt einen wichtigen Teil der 
Digitalisierung dar. Gerade im Zusammenhang mit Rechenzentren ist es wichtig, 
dass Hochschulen hier genügend Geld investieren und nachhaltig handeln. Um den 
Herausforderungen des digitalen Wandels zu begegnen, benötigen Hochschulen ein 
umfangreiches Service-System, das auf die Bedürfnisse aller Hochschulangehörigen 
eingeht.

3.1. Infrastruktur

Die Digitalisierung der Hochschulen steht und fällt mit der Ausstattung der 
Hochschulrechenzentren. Diese müssen sowohl bei der Hard- als auch bei der 
Software genügend ausgestattet sein. Dabei muss immer die Nachhaltigkeit 
mitbetrachtet werden. Es kann sinnvoller sein, weniger Leistungsstarke Server 
anzuschaffen, wenn von dem eingesparten Geld Unterstützungspersonal eingestellt 
wird, welches bei der Verteilung von Aufgaben an die Server und der Optimierung 
dieser unterstützt. Hier muss eine entsprechende Abwägung stattfinden. Eine 
Anschaffung leistungsstarker Server aus reinen Prestigegründen ist abzulehnen.

Derzeeit produzieren die Server vieler Hochschulen sehr viel Wärme und benötigen 
gleichzeitig sehr viel Strom. Im Kontext des Klimawandels fordert der fzs daher, 
dass das Strom nachhaltig bezogen wird. Zudem ist zu prüfen, wie die Abwärme der 
Server genutzt werden kann, beispielsweise, um die Gebäude der Hochschule zu 
heizen.

Es ist insgesamt sehr wichtig, dass Hochschulrechenzentren in Anbetracht des 
steigenden Bedarfs personell ausreichend und nachhaltig ausgestattet sind. Dabei 
bieten Ansprechpersonen, die sowohl offline als auch online erreichbar sind, 
Hilfestellung und Anlaufstelle für alle Mitglieder und Angehörige der 
Hochschule. Der Zugang muss durch ein funktionierendes Ticketsystem 
sichergestellt werden.

Zusätzlich tragen sinnvolle Dokumentationen, die frei online zur Verfügung 
stehen, zur Problemlösung bei. Diese müssen insbesondere hinsichtlich ihrer 
Verständlichkeit an die Diversität der Hochschule angepasst werden, 
beispielsweise durch den Einsatz leichter Sprache, die Option, Dokumentationen 
vorlesen zu lassen, sowie das Angebot mehrsprachiger Dokumente. Nur so kann 
Chancengleichheit gewahrt werden.

Ebenso wird für den digitalen Wandel an Hochschulen schnelles, reibungsloses und 
auf dem gesamten Campus verfügbares WLAN benötigt. Selbiges gilt für virtuelle, 
private Netzwerke (VPNs), die es ermöglichen auf die Dienste der Hochschule von 
zu Hause aus zuzugreifen. Damit wird es Menschen, die aus unterschiedlichsten 
Gründen nicht physisch an der Hochschule sein können, ermöglicht alle Dienste 
und Services zu nutzen. Auch können Innovation Labs, wie zum Beispiel 3D-
Drucker, Studierenden und Lehrenden die Möglichkeit geben, innovative Konzepte 
auszuprobieren und Kompetenzen im Umgang mit solchen Geräten zu erwerben und 
vertiefen.

Um für alle Studierenden ein chancengerechtes Studium zu gewährleisten, fordern 
wir Laptops zur Ausleihe. So kann der Exklusion im Studium aufgrund nicht 
vorhandener Hardware entgegen gewirkt werden. Diese muss niedrigschwellig 
entliehen werden können.

3.2. Kompetenzen

Die beste Ausstattung in den Hochschulrechenzentren bringt rein gar nichts, wenn 
nicht die notwendigen Kompetenzen vorhanden sind, mit dieser umzugehen. Neben 
den notwendigen Kompetenzen zum Umgang ist es auch wichtig, dass es 
Mitarbeitende mit Kommunikationskompetenzen gibt. Diese beantworten dann nicht 
nur die Fragen und Probleme der Studierenden, sondern beraten und unterstützen 
auch Lehrende und Mitarbeiter der Hochschule adäquat. Hierfür sollte es auch 
didaktische Weiterbildungen für die Mitarbeitenden im Hochschulrechenzentrum 
geben, damit auch diese den digitalen Wandel unterstützten können. Insgesamt 
muss den Mitarbeitenden ein breit gefächertes Beratungsangebot offen stehen in 
Bereichen wie Datenschutz, Datensichherheit, IT Sichherheit oder 
Verschlüsselung. Unabhängig von Beratungsangeboten sollte es Mitarbeitenden auch 
offen stehen, sich selbst weiterzubilden. Hierfür müssen Freiräume geschaffen 
werden.

Wir fordern, dass genügend ausgebildetes Personal an Hochschulen für 
Qualifikationsmaßnahmen hinsichtlich digitaler Anforderungen sowie zu digitaler 
Hochschuldidaktik zur Verfügung steht. Auch die interne Weiterentwicklung von 
digitalen Tools muss professionell erfolgen. Um die Sinnhaftigkeit solcher 
Maßnahmen zu überprüfen, ist eine hohe Evaluationskompetenz notwendig.

Kenntnisse über die Datenschutzgrundverordnung sind von hoher Relevanz.

3.3. Tools und Software

Ein weiterer elementarer Bestandteil des IT-Systems an Hochschulen ist ein 
Campusmanagementsystem (CMS). Dieses muss alle relevanten Funktionen wie 
Prüfugnsanmeldungen und -abmeldungen haben und Schnittstellen zu weiteren 
Anwendungen wie Moodle besitzen. Weiter muss es ein inklusives Instrument für 
alle Hochschulangehörigen sein. Durch die Möglichkeit der Umstellung auf leichte 
Sprache und einer User-Oberfläche soll Diversität an Hochschulen begegnet 
werden. Die Benutzbarkeit dieser Systeme, aber auch der Homepage der Hochschulen 
muss sichergestellt werden. Auch muss das Campus Management System mehrsprachig 
zugänglich sein. Neben den Funktionsumfang und User-Oberfläche ist die 
Verschlüsselung der Kommunikation ein elemtarer Bestandteil des CMS. Die 
beschriebenen Funktionen beinhalten hochsensible Daten. Diesem muss mit einer 
entsprechenden Verschlüsselung begegnet werden, die regelmäßig auf Aktualität 
überprüft wird.

4. Abschluss

Die Digitalisierung der Hochschulen schreitet voran. Mit diesem Positionspapier 
bringt der fzs viele Forderungen aus studentischer Sicht in den Prozess ein. Wir 
als Studierene sind Teil des Prozesses. Doch dieser kann nur gelingen, wenn alle 
Statusgruppen gleichberechtigt beteiligt werden. Er muss mit genug finanziellen 
und personellen Ressourcen ausgestattet sein. Gleichzeitig dürfen die Rechte 
aller Statusgruppen darunter nicht leiden. Datenschutz und Chancengleichheit 
müssen hergestellt und gewahrt werden. Zudem haben die Hochschulen die 
Verantwortung die Digitalisierung nachhaltig zu gestalten – in allen Aspekten.