Akkreditierung von Studiengängen

Seit dem Jahr 1998 sind die Rahmenprüfungsordnungen, die Inhalt und Anforderungen an die Studiengänge eines Faches bundesweit festgeschrieben haben Vergangenheit. An diese Stelle ist die Programmakkreditierung – also die Akkreditierung (Prüfung und Bestätigung) der Studiengänge getreten. Sie prüft die einzelnen Studiengänge auf Herz und Nieren: so wird sich angeschaut ob das Studienkonzept und die Beschreibung der Kompetenzen und Fähigkeiten schlüssig sind, ob die Studiengänge studierbar sind, ob die Curricula flexibel, Mobilität möglich und die Ausstattung gut ist. Auch die Umsetzung des ECTS Systems mit der Erhebung der Studentischen Arbeitsbelastung (Workload) wird geprüft. All dies geschieht durch ein Team an Gutachterinnen und Gutachtern (auch ein Studierender muss beteiligt sein), welches sich aufgrund von u.a. Gesprächen mit Fakultät, Professorinnen und Professoren sowie den Studierenden ein Bild von dem Studiengang macht. Am Ende wird der Studiengang akkreditiert, unter Auflagen akkreditiert oder nicht akkreditiert. Grundsätzlich gelten für alle Akkreditierungen die European Standards and Guidelines.

Systemakkreditierung

Seit Anfang 2008 gibt es nun auch die Möglichkeit, nicht mehr die einzelnen Studiengänge überprüfen zu lassen, sondern ein Qualitätssicherungssystem an der Hochschule zu entwickeln und umzusetzen und dies akkreditieren zu lassen. Ein Grund für die Einführung der so genannten Systemakkreditierung ist es, den Hochschulen mehr Autonomie zu gewähren – die Programmakkreditierung bedeutet für einige Hochschulen wie auch Landesministerien zu viel externe Beeinflussung. Ursprünglich war ein weiterer Grund die angebliche finanzielle Minderbelastung, die jedoch deutlich zurückgewiesen werden muss. So ist die Entwicklung und Durchführung komplexer Qualitätssicherungssysteme personell und finanziell sehr aufwendig. Grundsätzlich muss die wirkliche Verbesserung der Qualität des Studiums im Mittelpunkt stehen – hier kann mehr Qualitätsbewusstsein der Hochschulen und nicht nur eine Sicherung des Status Quo positive Auswirkungen haben.

Durch die Systemakkreditierung gehen zahlreiche Veränderungen vor sich: sie birgt sowohl Chancen als auch Gefahren. So kann die Qualität der Studiengänge deutlich leiden, auch neue Studiengänge müssen nicht mehr extern begutachtet und akkreditiert werden.

Aufgaben für Studierendenvertretungen

Da die Studierenden sowohl bei der Entscheidung für oder gegen eine Systemakkreditierung an eurer Hochschule als auch bei der Entwicklung und Durchführung der Qualitätssicherungssysteme gefragt sind, möchten wir euch im Folgenden zahlreiche Informationen und Hilfestellungen an die Hand geben.

Bei der Systemakkreditierung liegt die Verantwortung weniger als bisher bei den Studierenden die in der Gutachtergruppe sind (in der Programmakkreditierung), sondern wesentlich stärker bei den Studierenden vor Ort. Es ist vorgesehen, dass die Studierenden bei allen Entscheidungsprozessen innerhalb der Hochschule beteiligt sein müssen, dies gilt auch für die Erarbeitung der Qualitätssicherungssysteme und der Kontrolle und Durchführung derer. Außerdem wird bei Beantragung der Systemakkreditierung ein Gutachten von der Studierendenvertretung benötigt. Hier soll aus Sicht der Studierenden eingeschätzt werden, ob die Anforderungen für die Systemakkreditierung erfüllt sind – also ob die Instrumente die Qualität der Studiengänge absolut zuverlässig sicherstellen können. Hier wird derzeit von Studentischen Akkreditierungspool eine Hilfestellung zur Erarbeitung der studentischen Stellungnahme vorbereitet. Sobald diese fertig gestellt ist, wird sie hier verlinkt werden.

Flyer des fzs

Zu den Hintergründen der Systenakkreditierung, ihren Auswirkungen und den Herausforderungen für Fachschaften und Studierendenschaften bietet der fzs einen Flyer an, der hier bestellt werden kann.

Flyer zur Systemakkreditierung (PDF, 64 kb) (Ansichtsexemplar)