Workshopbeschreibungen

The workshops will take place in the language that is used in the description | Die Workshops finden in der Sprache statt die für den Teaser verwendet wird

I. Vernetzung zur Antisemitismusprävention an Hochschulen

Sebastian Mohr, International Institute for Education and Research on Antisemitism (Berlin) I. | SH 0.106

Im Mittelpunkt des Workshops steht die Vernetzung von Studierenden, die sich bereits an Hochschulen im Bundesgebiet aktiv gegen Antisemitismus und Israel-Hass engagieren oder dies perspektivisch tun möchten. Der Workshop liefert einen ersten Überblick über bestehende Formate und überregionale Hochschulinitiativen im Bereich der Antisemitismusprävention. Daneben sollen auch aktuelle Problemstellungen im Hinblick auf Antisemitismus an den Hochschulen diskutiert und ein gemeinsamer Austausch ermöglicht werden, sich über Interventionserfahrungen und Erfolgs- und Misserfolgskonzepte austauschen zu können.

II. Die Neue Linke und die Dritte Welt – Zum Zusammenhang von Antiimperialismus und Antisemitismus in der Linken nach 1945

Luise Henckel; Kolja Huth (Universität Lüneburg) | SH 1.109

Mit der Enttäuschung über die Nichterfüllung des Versprechens des in der Atlantik-Charta formulierten Universalismus von Seiten der Westalliierten gegenüber den antikolonialen Bewegungen, der Enttäuschung über die Sowjetunion und der in die Verhältnisse integrierten Arbeiterbewegung orientierte sich die nun sich „Neue Linke“ nennende westliche Oppositionsbewegung vermehrt zu den „Befreiungsbewegungen“ der sogenannten Dritten Welt hin. In Solidarität mit den „unterdrückten Völkern“ wurde nun der Begriff des Imperialismus aus seiner historischen Epoche losgelöst und in einer antiimperialistischen Ideologie in die Konstellation des Kalten Krieges gebracht, womit sich dann seit dem Sechstagekrieg 1967 und spätestens seit dem Beginn des palästinensischen Terrorismus Anfang der 1970er Jahre zunehmend gegen den jüdischen Staat als der „Speerspitze des Imperialismus“ der USA gewandt wurde. Im Workshop sollen diese Umstände, unter denen der Antisemitismus in der antiimperialistischen Ideologie der deutschen Linken des 20. Jahrhunderts stand, diskutiert und kritisiert werden.

III. Kooperationsmöglichkeiten von jüdischen und nicht-jüdischen Studierendengruppen

Verband Jüdischer Studierender Hessen (VJSH)

Jüdisches Engagement von Studen*innen ist so alt wie die Bundesrepublik. Mit der Jüdischen Studierendenunion Deutschlands (JSUD) existiert seit relativ Kurzem eine zentrale Stimme. In diesem Workshop soll sie als Ansprechpartner für alle Interessierten zugänglich gemacht werden. Angesichts einer weltweiten Kampagne von antiisraelischen Aktivisten, welche jüdische Studierende auf den Campus isolieren möchten, bekommt die interkonfessionelle Kooperation besondere Bedeutung. War es immer schon wünschenswert, dass angehörige verschiedener Religionen sich austauschen, so wird – jenseits des Interreligiösen – die Kooperation zwischen jüdischen und anderen Akteuren vor dem Hintergrund der „BDS“-Aktivitäten eine, die liberale Gesellschaft als solches verteidigenden, Charakter. In diesem Workshop werden erfahrene Aktivist*innen des studentischen Judentums ihre Kenntnisse teilen, Interessierten die bestehenden Strukturen bekannt machen und konkrete Zusammenarbeit zwischen jüdischen und anderen Studierendenaktivitäten anregen.

IV. Israel after 1967: Settlements, Security and the Peace Process

Jonathan Farrell (Stand With Us UK) | SH 1.107

The aim of this workshop is to assess the, multi-causal, geo-political reality of the state of Israel from 1967 particularly regarding Israel’s role in and relationship to, the West Bank and questions of Palestinian self-determination. This workshop will study the influence of successive Israel governments in effecting the evolution of different policies relating the West Bank, the role of settlements and also Israel’s relationship of the Arab world to questions of Palestinian self-determination and its impact on the peace process.

V. Civic participation as a driving force for the preservation of moral and ethic society

Michal Meged, National Union of Israeli Students (NUIS) |SH 0.104

The essence of both Israel and Germany as democratic states was drawn from the same era in history, the Holocaust, although from different aspects of it. Both of these countries, as well as any other democratic country, are based on the idea that citizens are the ones who elect the government. In despite of the German leadership in the early 40’s of the 20th century, the elected officials must represent the public’s best interests, to ensure all its citizens rights, while maintaining the rights of minorities. However, democracy will only exists as long as citizens and state institutions actively seek to preserve it.

In this workshop we’ll discuss how an involved and aware civil society can encourage elected officials to act according to the public’s interests. Furthermore, we’ll examine whether politics today tends to be based on populist methods which undermine the basic principles of democracy on the account of minorities groups, and how we, as young citizens, can be the gatekeepers of democracy.

VI. The role of the „Third Generation“ in creating social diversity

Maayan Shaviv,National Union of Israeli Students(NUIS) |SH 0.108

As the third generation to Holocaust survivors, we have the obligation to always remember our past, and to become leaders of a new generation that no longer has to know about such hatred and tyranny. This role bears the responsibility to turn these memories of hatred based on race, religion and sex to the understanding of the importance of acceptance and tolerance. In this workshop we’ll discuss the personal and social significance of being the third generation to the Holocaust. We will understand how World War II led to the establishment of a Jewish state, and to the democratic and liberal structure of both Israel and Germany today. Furthermore, we’ll examine our duty as young adults to build a society based on values of diversity and inclusion.

VII. Diversität und Pluralität in der israelischen Gesellschaft: Minderheiten, jüdische Strömungen, militärische und zivile Gesellschaft

Yonathan Shay, Jewish Agency for Israel  | SH 1.103

Im Rahmen des Workshops wird Yonathan Shay über seine persönliche Erfahrung in Israel und seine Auseinandersetzung mit der vielfältigen israelischen Gesellschafft berichten. Zusätzlich wird er über das berühmte „Israel-Dreieck“ (Wehrdienst, Tel-Aviver Nachtleben und Jeshiva-Schule) erzählen. Durch seinen Vortrag sollen die Zuhörer einen einzigartigen, hautnahmen Einblick in die sozialen Spannungen innerhalb der israelischen Bevölkerung(en) (Mizrahim vs. Ashkenazim, Religiöse vs. Säkulare etc.) erhalten. Zum Ende wird Yonathan auch seine persönliche Sicht auf den Nahostkonflikt und dessen Rezeption in der BRD, erläutern.