Frauen- & Geschlechterpolitik

Die Gleichberechtigung von Männern und Frauen ist seit dem letzten Jahrhundert ein elementarer Bestandteil der Menschenrechte. Seit Bestehen des Grundgesetzes ist die Gleichheit von Männern und Frauen dort festgehalten, später wurde daraus auch eine Verpflichtung des Staates, die tatsächliche Benachteiligung von Frauen abzubauen. Eine Benachteiligung von Frauen ist in vielen gesellschaftlichen Bereichen auch nach wie vor die Regel. Der Wissenschaftsbetrieb und die Hochschulen machen dabei keine Ausnahme. Frauen sind in den meisten Entscheidungsprozessen völlig unterrepräsentiert, sie absolvieren seltener die typische wissenschaftlichen Laufbahn und haben in vielen Fällen mit sexistischen Diskriminierungen zu kämpfen.

Die Fächerwahl der Studierenden entspricht nach wie vor gängigen Geschlechterklischees. Während der Anteil der Männer in sozialwissenschaftlichen und philologischen Studiengängen um 20 Prozent schwankt, studieren in den klassischen Ingenieurs- und Naturwissenschaften in 4/5 der Fälle Männer. Sowohl die Beratung vor dem Studium als auch die gängigen geschlechtsspezifischen Schemata in den Köpfen fördern kaum eine untypische Studienfachwahl. An der Hochschule treffen die Studierenden dann in der Regel auf Professoren, nur etwa 14 Prozent der ProfessorInnen sind Frauen. Selbst in den Fächern, in denen 80% der Studierenden weiblich sind, werden die Vorlesungen in der Regel von Männern gehalten.

Die gesetzlich verankerte Gleichstellungspolitik der letzten Jahre hat keine großen Veränderungen gebracht. Vielfach beschränkt sich die Gleichstellungspolitik an Hochschulen auf Maßnahmen zur Kinderbetreuung und die Teilnahme von Gleichstellungsbeauftragten an Gremiensitzungen, in denen sie Rederecht haben, aber nicht an Abstimmungen teilnehmen können.

Der fzs setzt sich für eine nachhaltige Gleichstellungspolitik ein, die schon frühzeitig beginnt, Geschlechterstereotypen abzubauen und Frauen in der Hochschule und im Wissenschaftsbetrieb systemaatisch unterstützt. Dabei müssen die Lebensumstände der Personen im Mittelpunkt stehen, gerade das vielfach diskutierte Heranzüchten einer „weiblichen“ Elite wird die Benachteiligungen von Frauen aufgrund ihres Geschlechts nicht dauerhaft abbauen.