Forderungen wie „Wir brauchen mehr Geld für Hochschulen“ oder „Die öffentlichen Ausgaben für die Bildung sind zu gering“ sind in fast jeder bildungspolitischen Diskussion zu vernehmen. So richtig solche Forderungen auf der einen Seite sind, so banal und inhaltsleer sind sie auf der anderen Seite. Denn die komplexen Fragen, wo dieses Geld herkommen oder wie es verteilt werden soll, sind damit nicht geklärt.

Die Finanzierung der Hochschulen in der Bundesrepublik erfolgt zu einem Großteil durch öffentliche Gelder – und dabei vor allem durch Zuwendungen aus den Länderetats. Der Bund stellt lediglich etwas mehr als 1/10 der Grundmittel für Hochschulen zur Verfügung, insbesondere für Hochschulbauprojekte und die Forschungsförderung. Neben den öffentlichen Grundmitteln spielen Drittmittel eine immer wichtigere Rolle in der Finanzierung von Forschung und Lehre. Bei Drittmitteln handelt es sich um projektbezogene Mittel aus öffentlichen und privaten Quellen (Wirtschaft, Verbände), die den Hochschulen insbesondere für Forschungszwecke zur Verfügung stehen.

Die Verteilung der finanziellen Mittel für Hochschulen erfolgt neben Pauschalzuweisungen verstärkt durch Steuerungsinstrumente und sog. Hochschulverträge. Dabei wird beispielsweise zwischen dem Land und den Hochschulen ein „Vertrag“ geschlossen, dessen Bedingungen beide Seiten einhalten müssen. Meist sind mit den sog. Hochschulverträgen krasse Kürzungen an den Hochschulen verbunden. Derartige Entwicklungen sind aus Sicht des fzs fatal für die Zukunft der Hochschulen.

Der fzs fordert eine massive Anhebung der öffentlichen Investitionen im gesamten Bildungsbereich. Der Anteil der Ausgaben für Hochschulen ist zwischen 1975 und 2002 von 1,08% auf 0,89% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) gesunken. Darin wird deutlich, dass trotz des steigenden gesamtgesellschaftlichen Wohlstandes die Hochschulen weniger Geld zur Verfügung haben. In diesem Zusammenhang fordert der fzs auch ein radikales Umdenken in der Steuerpolitik: Während die privaten Vermögen in der Bundesrepublik ansteigen und ständig neue Rekorde erreichen, stehen der öffentlichen Hand immer weniger Mittel für die staatlichen Aufgaben zur Verfügung.