Learning Agreements

Wozu ist das nötig und was ist zu beachten?

Das Learning Agreement, eine Vereinbarung zwischen Heimat- und Gasthochschule im Ausland, sichert die Anerkennung der im Ausland zu erbringenden Leistungen. Transparenz ist hier besonders wichtig. Dies ist auch in der Lissabon Konvention, die in Deutschland zum 1.10.2007 in Kraft getreten ist, ein Thema. So soll einerseits das Bildungssystem transparent gemacht werden, andererseits müssen die Hochschulen auch ihre Studienprogramme und darin angebotenen Kurse so veröffentlichen, dass andere Hochschulen wie auch Studierende diese einordnen können. Nur so ist eine vertrauensvolle Anerkennung von Studienleistungen möglich.

Ebenfalls ein Element zur Einordnung der erbrachten Leistungen ist das ECTS System (European Credit Transfer and Accumulation System). Hiermit wird beschrieben, wie viel Arbeitsaufwand (workload) Studierende im Durchschnitt benötigen, um ein bestimmtes Lernziel (learning outcome) zu erreichen. Dieser Arbeitsaufwand wird dann in Credits umgerechnet. In Deutschland sollen pro Semester 30 Credits im Vollzeitstudium erbraucht werden – 1 Credit entspricht 25 bis 30 Stunden workload. Das ECTS ist ein wichtiges Instrument, um die erbrachte Arbeitsleistung einordnen zu können und soll bei der Kursbeschreibung im Learning Agreement mit angegeben werden.

Studienleistungen können dann anerkannt werden, wenn sie gleichwertig zu den zu ersetzenden Leistungen an der Heimathochschule sind. Hierbei zählen allerdings nicht die formal identischen Inhalte sondern, dass die Lernziele (learning outcomes) in großen Teilen übereinstimmen. Daher müssen sie in der Kursbeschreibung, welche durch die Fakultäten geschrieben wird, definiert werden und öffentlich zugänglich sein. Für die vertrauensvolle Anerkennung ist also die Transparenz der Bildungssysteme, der Studienprogramme und der Kursbeschreibungen nötig.

Ein Learning Agreement sollte unbedingt abgeschlossen werden, wenn Auslandsemester anstehen. Hierzu müssen die oben genannten Komponenten in der Übereinkunft enthalten sein. Außerdem muss es vom Studierenden, aber vor allem auch von beiden Hochschulen unterschrieben werden. Hier ist darauf zu achten, dass es sich dabei um offizielle Vertreterinnen und Vertreter der Fakultät handeln, die zu einem Abschluss eines solchen Vertrages bevollmächtigt sind.