Studiengebühren und Studienfinanzierung – LTW Sachsen-Anhalt 2011

Die Fragen

  • Finden Sie generell Studiengebühren gerechtfertigt? Wenn ja welche und warum?
  • Ist eine nachgelagerte Beteiligung der StudentInnen an den Kosten des Hochschulsystems, wie es beispielsweise in Hamburg vorgesehen ist, in Ihren Augen eine Art von Studiengebühren?

Die Antworten

Bündnis 90/Die Grünen

  • Wir sind wegen der sozialen Selektionswirkung grundsätzlich gegen die Einführung von Studiengebühren. Wir halten auch die bestehenden Langzeitstudiengebühren und Gebühren für Zweitstudien für gesellschaftlich kontraproduktiv, da sie zügige Studienabschlüsse behindern. Die Bezahlung des Studiums muss über das aus ihm später erzielte Einkommen im Rahmen der Einkommensbesteuerung erfolgen.
  • Ja, wir sehen das auch als eine Form von Studiengebühren. Die Kosten für das Studium werden über das später erzielte Einkommen durch die Einkommenssteuer aufgebracht. Das ist gerechter, weil es keine individuellen Schulden erzeugt und die finanzielle Leistungsfähigkeit der Absolventen berücksichtigt.

Christlich Demokratische Union Deutschlands

  • Studiengebühren können ein Instrument der Studienfinanzierung sein. Die CDU in Sachsen-Anhalt plant aber keine Erhebung von allgemeinen Studiengebühren. Dagegen sind Studiengebühren für Langzeitstudenten Teil des Hochschulgesetzes Sachsen-Anhalt und nach unserer Auffassung auch berechtigt. Niemand sollte übermäßig über die Regelstudienzeit hinaus ohne Eigenbeitrag an den Hochschulen verbleiben dürfen.
  • Dies ist eine Möglichkeit, eine Kostenbeteiligung am Hochschulsystem zu ermöglichen. Als eine Art von Studiengebühr würden wir diese Form der Beteiligung allerdings nicht ansehen.

DIE LINKE.

  • DIE LINKE lehnt Studiengebühren grundsätzlich ab. Schrittweise wollen wir auch die in Sachsen-Anhalt erhobenen Gebühren für Lehr- und Lernmittel, Langzeitstudiengebühren sowie Gebühren für ein Zweitstudium abschaffen.
  • Gebühren für spezielle an Belangen der Wirtschaft oder anderer Institutionen ausgerichtete Weiterbildungsangebote halten wir für legitim. Sie sind aber in der Regel auch von den Unternehmen oder Einrichtungen zu tragen.

  • Ja. Auch bei nachgelagerten Studiengebühren werden die Kosten letztendlich auf die Studierenden umgelegt. Die abschreckende Wirkung wäre ähnlich hoch.

Freie Demokratische Partei

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Sozialdemokratische Partei Deutschlands

  • Wir wollen nicht, dass ein Studium von den finanziellen Rahmenbedingungen der Eltern abhängig ist. Deshalb wird es mit der SPD auch zukünftig in Sachsen-Anhalt keine Gebühren für ein Studium bis zum ersten berufsqualifizierenden Abschluss und für einen weiteren, darauf aufbauenden Masterstudiengang geben.
  • Die SPD in Hamburg wird die Studiengebühren bis zum Masterabschluss abschaffen.
  • Grundsätzlich bleiben auch nachgelagerte Studiengebühren Studiengebühren.