Studienreform

Bundesweit nimmt die Umstrukturierung der Studiengänge hin zu gestuften Studiengängen (Bachelor/Master) weiter Formen an. Damit reagieren die Länder und Hochschulen auf die Umsetzung des sog. Bologna-Prozesses, dessen Ziel die Schaffung eines europaweiten Hochschulraums ist.

Die Chance einer qualitativen Studienreform wird dabei häufig zugunsten rein formaler Debatten vergeben. Es zeigt sich, dass die einzelnen Hochschulen, ja selbst einzelne Fakultäten und Institute ihre neuen Studienordnungen erstellen, ohne die Reformen um sie herum zur Kenntnis zu nehmen. Daraus resultiert eine stark diversifizierte Studienordnungslandschaft, deren Vergleichbarkeit ebenso bezweifelt werden kann wie die Möglichkeit des Studienortwechsels, den sie vereinfachen soll.

Besonders prekär erscheinen die Reformen im Bereich der Lehramtsausbildung. Hier führen einzelne Länder unterschiedliche Modellprojekte durch, die nicht kompatibel, nicht zeitlich begrenzt und nicht aufeinander abgestimmt sind. Hier haben die Länder bisher den Handlungsbedarf zur Abstimmung – bei einer immerhin staatlichen Abschlussprüfung – nicht ausreichend erkannt.

Der fzs begrüßt grundsätzlich die Ziele des Bologna-Prozesses wie die Erhöhung studentischer Mobilität oder die Stärkung der studentischen Mitbestimmung an Hochschulen. Gleichzeitig steht er der Umsetzung des Bologna-Prozesses äußerst kritisch gegenüber. Denn im Gegensatz zu den angedachten Zielen werden bei der Umsetzung neue Hürden errichtet, wird Qualitätssicherung als Wettbewerbsvorteil und nicht als Wissenschaftlichkeit betrachtet oder werden Studienplätze abgebaut statt erweitert.

Der fzs hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit den Studienreformen auseinandergesetzt und vertritt seine Positionen bei zahlreichen nationalen wie internationalen Tagungen und arbeitet in vielen Kommissionen mit, die beispielsweise zu den Einzelregelungen bei der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen in der Bundesrepublik Empfehlungen ausarbeiten.