Wie funktioniert der Boykott

Jede teilnehmende Hochschule richtet ein Konto ein, welches von einer/einem AnwältIn treuhänderisch verwaltet wird. Auf dieses Konto werden die Studiengbühren überwiesen. Nicht überwiesen werden die Sozialbeiträge und die Beiträge zum Semesterticket. Sie werden wie üblich an die entsprechende Hochschulkasse überweisen.

Jede teilnehmende Hochschule beschließt ein Quorum, also eine Anzahl an Studierenden, die mindestens auf das Treuhandkonto einzahlen müssen um ein Verhandlungspotenzial mit der Hochschule bzw. dem Land zu entwickeln. Das heißt, es müssen sich bis zum genannten Zeitpunkt mindestens ein bestimmter Prozentsatz der Studierenden einer am Boykott beteiligt haben, andernfalls wird er abgebrochen.

Die/der AnwltIn verfügt über das Geld, je nachdem ob das Quorum erreicht wird:

  • Wird das Quorum erreicht, wird das Geld wieder an die Studierenden zurück überwiesen.
  • Wird das Quorum nicht erreicht, wird es fristgerecht an die Hochschule überweisen. (Natürlich wird jeder Betrag einzeln überwiesen, da die Daten der Studierenden im Verwendungszweck enthalten sein müssen.)

Alle Boykottierenden können jederzeit mittels einer ausdrücklichen Erklärung ihr überwiesenes Geld zurückverlangen! Da die Einrichtung und Organisation des Treuhandkontos in einzelnen Punkten an jeder Hochschule abweichen kann, sollte jede/r Teilnehmende auch auf aktuelle Informationen der eigenen Studierendenvertretung achten!

Einige wichtige Fragen

Frage: Was passiert, wenn der Beitrag nicht gezahlt wird?

Rechtlich kann die Hochschule alle Studierenden exmatrikulieren. In der Praxis geht dies aber nur bis zu einem gewissen Grad, da zum einen der Lehrbetrieb zusammenbricht, wenn ein Großteil der Studierenden nicht mehr da wäre, die Hochschule aber auch durch die Landesregierung anhand ihrer Studierendenzahlen finanziert wird. Bei einer plötzlichen Exmatrikulation vieler Studierenden würden der Hochschule große Teile ihres Geldes fehlen, viel mehr, als sie durch die Gebühren einnimmt.

Frage: Warum das Quorum?

Das Quorum ist nötig, damit über eine hinreichend große Menge an Studierenden Druck aufgebaut werden kann. Die Hochschule kann nur bei einer größeren Menge an Studierenden gezwungen werden, die Studierenden nicht zu exmatrikulieren.

Frage: Wem gehört das Treuhandkonto?

Das Konto wird an den teilnehmenden Hochschulen, in der Regel über die Studierendenvertretung eingerichtet. Außerdem sollte ein/e AnwältIn beteiligt sein. Die genauen Konditionen sind von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich, deshalb sind Informationen aus der eigenen Studierendenvertretung die sichersten!