Studentische Interessensvertretung findet auf sehr vielen Ebenen statt und auf ganz verschiedene Arten. Genau wie bei den Studi-Vertretungen vor Ort und bei den Landesvertretungen sieht die Arbeit des fzs in diesem Bereich sehr vielfältig aus. Der fzs wird regelmäßig zu Gesetzesvorhaben auf Landes- und Bundesebene zu Stellungnahmen aufgefordert und angehört – so beispielsweise zur Mindestlohnverordnung, dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz, dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG), aber zum Beispiel auch zum Landeshochschulgesetz aus Nordrhein-Westfalen. 

Bei Interesse könnt ihr die Sachverständigenanhörung zum BAföG 2019 im Wissenschaftsausschuss des Bundestages hier angucken: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2019/kw19-pa-bildung-bafoeg-634944

Daneben macht der fzs sehr viel Vertretungsarbeit durch direkte Gespräche mit Vertreter*innen von Verbänden und Hochschulen, oder mit Abgeordneten. Vieles davon findet auch in eher informellem Rahmen bei Tagungen, Diskussionsveranstaltungen oder Vortragsveranstaltungen statt, bei denen der fzs oftmals auf Podien geladen ist, oder Workshops leitet.


Außerdem ist der fzs teil verschiedenster Gremien und Arbeitsgruppen, die hier kurz aufgelistet und erklärt werden. Wenn ihr Fragen habt, wendet euch wie immer gerne an den Vorstand: vorstand@fzs.de

Gremien und Arbeitsgruppen

  • Nationale Bologna Follow-Up Group (NBFUG)

Die Nationale Bologna Follow-Up Group (NBFUG) ist das Gremium, welches sich in Deutschland um den Stand der Implementierung des Bologna-Prozesses kümmert. Angesiedelt bei Kultusministerkonferenz (KMK) und Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gehören ihr die wichtigsten Stakeholder und Strukturen des Hochschulbereichs an, unter anderem die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), das Deutsche Studentenwerk (DSW), der Akkreditierungsrat (AR), der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Hochschulrektorenkonferenz (HRK), der Bund deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) und der fzs. Das Gremium trifft sich regelmäßig und bereitet alles vor und nach, was im Bologna-Prozess passiert. Als fzs versuchen wir hier eine kritische Rolle einzunehmen, vor allem, weil häufig keine Athmosphäre der Diskussion vorhanden ist. Kritische Nachfragen stellen, die studentische Position nachdrücklich äußern, dafür einstehen und zudem wichtige Informationen dazu, sammeln was aktuell im Hochschulbereich passiert, sind unsere zentralen Ansprüche an unsere Präsenzin der NBFUG. 

https://www.kmk.org/themen/hochschulen/internationale-hochschulangelegenheiten.html

  • Advisory Groups in der Bologna Follow-Up Group (BFUG)

Die BFUG ist im Gegensatz zur NBFUG die Gruppe die sich mit den Geschehnissen des Bologna-Prozesses auf Ebene des europäischen Hochschulraumes (European Higher Education Area – EHEA) beschäftigt. Hier sind i.d.R. Vertreter*innen aus KMK und BMBF zugegen. Diese Gruppe hat mehrere Arbeitsgruppen, in denen zum ersten Mal seit es den Bologna-Prozess gibt, auch Studierende außerhalb von ESU vertreten sind. Das ist im ganzen Bologna-Prozess einmalig und eine große und wichtige Aufgabe für uns. Vertreten sind wir in der AG „Teaching and Learning“, in der es um Rahmenbedingungen für Studium und Lehre gehen soll, sowie in der AG „Social Dimension“, die den Zugang zu Hochschulbildung und die soziale Infrastruktur, bspw. durch finanzielle Förderung, Wohnheimplätze etc. im Blick hat. 

http://ehea.info/page-learning-and-teaching

http://ehea.info/page-social-dimension

  • European Students Union (ESU)

Die European Students‘ Union vereint 45 nationale Studierendenvertretungen (National Student Unions) aus 39 verschiedenen Ländern und vertritt studentische interessen in der EU und in der European Higher Education Area. Grundsätzlich funktioniert ESU dabei wie der fzs, nur eben als Dachverband verschiedener nationaler Vertretungen. ESU hat einmal im Semester eine Art Mitgliederversammlung, das Board Meeting, in der Beschlüsse gefasst werden und einmal im Jahr wird ein neuer Vorstand (insgesamt 10 Personen) ins Amt gewählt.

https://www.esu-online.org/

  • DSW-Kuratorium

Im Kuratorium des Deutschen Studentenwerks (DSW) sind Verbände vertreten, die die Interessen des Studierendenwerks mit verfolgen. Es dient dem Kontakt mit Akteur*innen der studentischen Sozialpolitik. Im Gremium können wir dem DSW beratend zur Seite stehen, uns mit ihm austauschen. In den letzten Jahren hat der fzs immer den stellvertretenden Vorsitz des Kuratoriums gestellt. Außerdem tauschen wir uns mit den Studierendenrat des DSW aus, um so einen zusätzlichen Blick auf die Arbeit des DSW zu bekommen und insbesondere die studentischen Anliegen besser vertreten zu können.

https://www.studentenwerke.de/

  • Dialogforum Lizenzierungsplattform

Aktuell läuft ein strukturierter Dialog der Bundesregierung über eine Lizenzierungsplattform für wissenschaftliche Inhalte. Dieser Dialog ist ein Ergebnis des Streits um den VG-Wort Vertrag 2016 zur Lizenzierung wissenschaftlicher Literatur, welcher für einen großen Aufschrei von Hochschulen und Studierenden sorgte und letztlich zu einer Änderung des Urhebergesetzes führte. Vertreten im Dialogforum sind unter anderem die Verwertungsgesellschaft Wort, (Hochschul-)Bibliotheken, der Börsenverein des deutschen Buchhandels und einzelne Hochschulen und Verlage. Der fzs ist dort als studentischer Stakeholder eingebunden und bringt die Perspektive der Studierenden in den Prozess ein, der sich vor allem um den Umgang mit wissenschaftlicher Literatur und dem Urheberrecht für Wissenschaftler*innen befasst.

  • Fachforum Hochschule im Aktionsplan BNE

Zur Umsetzung des UNESCO-Weltaktionsprogramms „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) wurden vom BMBF verschiedene Fachforen für die einzelnen Bildungsbereiche eingerichtet. Der fzs ist hierbei im Fachforum Hochschule vertreten und diskutiert mit Expert*innen von anderen Verbänden und Hochschulen über Ziele und Maßnahmen.

https://www.bne-portal.de/de/einstieg/bildungsbereiche/hochschule#

  • GEW-AG Studium und Lehre

Eine Arbeitsgruppe berät den Vorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft zum Themenbereich Studium und Lehre. Dort sind nicht nur GEW-Mitglieder vertreten, sondern auch Expert*innen aus anderen Verbänden, so auch der fzs.

  • Ausschuss für Mutterschutz

Der fzs ist als Vertretung der Studierendenvertretungen Teil des Ausschusses für Mutterschutz des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Dieser beschäftigt sich mit der Umsetzung des neuen Mutterschutzgesetzes, das mittlerweile auch für Student*innen gilt. Dazu erarbeitet er Regeln zum Arbeitsschutz und beschäftigt sich u.a. mit dem im Gesetz neuen Begriff der ‚unverantwortbaren Gefährdung‘. Dabei ist darauf zu achten, dass keine Benachteiligung für Schwangere entsteht.

https://www.bafza.de/aufgaben/ausschuss-fuer-mutterschutz-geschaeftsstelle.html

  • Arbeitskreis Deutscher Qualifikationsrahmen (AK DQR)

Getragen von KMK und BMBF ist der AK DQR das Gremium, über das alle relevanten Akteur*innen der Allgemeinbildung, der Hochschulbildung und der beruflichen Aus- und Weiterbildung, der Sozialpartnerinnen und Wirtschaftsorganisationen sowie weitere Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis in den Erarbeitungs- und Umsetzungsprozess des Deutschen Qualitikationsrahmens einbezogen werden. Es geht, einfach gesagt, um die Vergleichbarkeit von Abschlüssen aus verschiedensten Bereichen.

https://www.dqr.de/content/2328.php

  • Hochschulwatch-Beirat

Gemeinsam mit der taz und Transparency International Deutschland hat der fzs 2013 das Portal „Hochschulwatch“ initiiert. Das ist eine Datenbank, welche Verstrickungen von Hochschulen und Wirtschaft zeigen soll, um mögliche Abhängigkeiten sichtbar zu machen. Für die Aktualisierung und Neuauflage des Portals wurde ein Beirat eingerichtet, in dem der fzs neben der Wikimedia-Stiftung, dem Stifterverband für die deutsche Wissenschaft, der taz und Aktiven von Transparency International über das Portal berät.

  • Wissenschaftsrat: AG zu Rahmenbedingungen für Lehr- und Studienqualität

Der Wissenschaftsrat ist eine Beratungsorganisation für Bund und Länder zum Thema Wissenschafts- und Hochschulpolitik. Im Wissenschaftsrat selbst sind Expert*innen aus der Forschung und dem Wissenschaftsmanagement vertreten. Sie geben Empfehlungen an Landesministerien und die Bundesregierung zu wissenschaftspolitischen Fragen. Die Empfehlungen des Wissenschaftsrates werden in Arbeitsgruppen vorbereitet, in welchen auch externe Expert*innen hinzugezogen werden. In der Arbeitsgruppe zu Rahmenbedingungen für Lehr- und Studienqualität sind – das kommt nicht oft vor – auch Studierende gefragt. Kevin Kunze aus dem fzs-Vorstand vertritt dort die studentische Perspektive und berät sich mit den anderen, vor allem professoralen, Expert*innen, befragt die verschiedenen Interessensgruppen in Hearings und erarbeitet das Empfehlungspapier, welches dann vom Wissenschaftsrat verhandelt und beschlossen werden soll. Die AG wird ihre Arbeit im Herbst 2019 aufnehmen.

  • Hochschulforum Digitalisierung: Digitale Changemaker & Expert*innen

Das Hochschulforum Digitalisierung ist ein Projekt von Hochschulrektorenkonferenz (HRK), dem Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) und dem Stifterverband für die deutsche Wissenschaft. Es berät Hochschulen zur Realisierung von Digitalisierungsprojekten und bei der Strategieentwicklung. Das Hochschulforum Digitalisierung hat eine studentische Arbeitsgruppe – die „digitalen Changemaker“, welche Empfehlungen aus Studierendenperspektive abgeben, sich in den Diskurs einbringen und beraten. Durch Vorstandsmitglied Marcus Lamprecht nimmt der fzs daran teil. Weiterhin sind verschiedene fzs-Aktive in der Expert*innendatenbank, die von Hochschulen genutzt werden kann, um Beratung oder Input zu bekommen.

https://hochschulforumdigitalisierung.de/

  • Studentischer Akkreditierungspool

Über den studentischen Akkreditierungspool werden die studentischen Gutachter*innen in Akkreditierungsverfahren gefunden. Wie auch Bundesfachschaftentagungen und Landesstudierendenvertretungen ist der fzs „pooltragende Organisation“, d.h. wir entsenden Mitglieder in den Pool und nehmen an Treffen und Entscheidungen teil. Darüber hinaus unterstützen wir den Pool teilweise finanziell und vor allem infrastrukturell: Die Mitarbeiter*innen des Pools sind beim fzs angestellt und arbeiten in der fzs-Geschäftsstelle, wir machen die buchhalterische Verwaltung und unterstützen organisatorisch.

https://www.studentischer-pool.de/

  • Arbeitskreis gesundheitsfördernde Hochschulen

Der Arbeitskreis verfolgt das Ziel, an Hochschulen gesundheitsfördernde Lebens- und Arbeitsbedingungen zu initiieren und zu unterstützen. Bestehende Projekte können sich durch den Arbeitskreis miteinander vernetzen. Hier werden von allen interessierten und betroffenen Statusgruppen – Verbänden, Hochschulen, Studierenden- und Personalvertretungen – Gütekriterien erarbeitet und Programme entwickelt.

http://www.gesundheitsfoerdernde-hochschulen.de