So ziemlich alles brennt (wie immer)!🔥
Liebe Mitglieder, liebe Interessierte,
auch in diesem Newsletter halten wir euch über aktuelle Entwicklungen in der Hochschul- und Bildungspolitik sowie über unsere Arbeit im Verband auf dem Laufenden. Von unserer anstehenden Bildungsreise nach Brüssel über explodierende Wohnkosten, rechten Bedrohungen für die studentische Selbstverwaltung in Sachsen-Anhalt und wichtigen Beteiligungsmöglichkeiten beim Thema Machtmissbrauch an Hochschulen gibt es viel zu berichten.
Wir wünschen euch eine informative Lektüre und freuen uns wie immer über euer Feedback und eure Beiträge.
Viel Spaß beim Lesen! 🔥
Nous vous emmenons à Bruxelles!
Wie ihr bereits mehrfach auf der Mitgliederversammlung oder dem Verteiler lesen konntet, arbeiten wir mit Hochdruck an exklusiven Angeboten für unsere Vollmitglieder. Eines davon möchten wir an dieser Stelle noch einmal vorstellen. Mit nun insgesamt 26 Personen von 18 unterschiedlichen Hochschulen reisen wir vom 02.-05. Juni 2026 im Rahmen einer Bildungsreise nach Brüssel!
Wir haben ausgeschrieben und alle Plätze für die Reise anhand eines Scorings vergeben, um möglichst diverse Repräsentation zu gewährleisten. So werden beispielsweise FLINTA*, Verbands- und Hochschulaktive, migrantische und anderweitig marginalisierte Personen bevorzugt. Vielen Dank für eure zahlreichen Bewerbungen. Wir freuen uns sehr, dass dieses Angebot bei euch auf so viel Zuspruch stößt!

Vor Ort werden wir zahlreiche Termine mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments (MdEP) wahrnehmen, so zum Beispiel mit Erik Marquardt und Rasmus Andresen (Grüne) oder dem CULT Committee. Auch besichtigen wir unter anderem das Parlamentarium des Europäischen Parlaments (kurz: EP), hören einen Vortrag vom Besucherdienst des EPs und besuchen unsere Kolleg*innen von der European Students‘ Union und einer belgischen Studierendenvertretung. Auch für Freizeit und Vernetzung wird es Freiräume im Programm geben, sodass der Spaß und leckere belgische Kartoffelspezialitäten hoffentlich nicht zu kurz kommen.
Bei Fragen zur geplanten Reise und unseren sonstigen Angeboten, meldet euch gern via , oder bei euren jeweils für das Bundesland zuständigen Vorstandsmitgliedern.
Einen ausführlichen Bericht mit Fotos wird es natürlich nach der Reise an dieser Stelle geben!
Die Wohnkosten für Studierende
erreichen einen neuen Höchststand
Am 23. März 2026 veröffentlichte das Moses-Mendelssohn-Institut aktuelle Zahlen zu den Wohnkosten von Studierenden und Auszubildenden. Demnach lag die durchschnittliche Miete für ein WG-Zimmer in der BRD zum Sommersemester bei 512 Euro, ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr (493 Euro). Studierende geben in der Konsequenz inzwischen mehr als die Hälfte ihres Einkommens allein für Miete aus. Ihre Wohnkostenbelastung ist damit mehr als doppelt so hoch wie die der Durchschnittsbevölkerung. Gleichzeitig berichten Studierende immer wieder von mangelhaften Wohnzuständen.

Als freier zusammenschluss von student*innenschaften beobachten wir diese Entwicklung seit Längerem mit großer Sorge und fordern von der Bundesregierung ein sofortiges Handeln. Nachdem das Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz nun einen Referentenentwurf zur Mietrechtsreform vorgelegt hat, haben wir am 23. März 2026 eine Stellungnahme dazu veröffentlicht.
Einige der vorgesehenen Maßnahmen weisen in die richtige Richtung und zielen darauf ab, gravierende Regelungslücken zu schließen. Dennoch haben wir zu einzelnen Aspekten der vorgeschlagenen Regelungen Anmerkungen und Bedenken.
Besonders kritisch sehen wir, dass Kurzzeitvermietungen weiterhin von der Mietpreisbremse ausgenommen sind. Dadurch entsteht für Vermietende ein finanzieller Anreiz, Wohnungen bevorzugt in diesem Segment anzubieten. Zwar benötigen gerade Menschen in Ausbildung häufig die Möglichkeit, Wohnraum nur für begrenzte Zeiträume anzumieten. Sozialpolitisch erscheint es jedoch schwer vermittelbar, dass ausgerechnet diese Gruppen, denen in der Regel nur ein geringes Einkommen zur Verfügung steht, für notwendige kurzfristige Mietverhältnisse regelmäßig höhere Mieten zahlen müssen.
Die vollständige Pressemitteilung zu dem Thema findet ihr hier:
Die vollständige Stellungnahme zur Mietrechtsnovelle mit allen Kritikpunkten und Forderungen findet ihr hier:
Pressemitteilung aus Halle
zum Antrag der AfD
§ 65 HSG LSA abzuschaffen
Der Studierendenrat der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wendet sich in einer Pressemitteilung vom 21. April 2026 gegen den Antrag der AfD in Sachsen-Anhalt, in dem die Partei die Abschaffung von Paragraf 65 des Hochschulgesetzes beantragt und damit die verfasste Studierendenschaft in dem Bundesland effektiv ausschalten will.
Die AfD zeigt damit schon einmal exemplarisch, was mit ihrer möglichen Machtübernahme nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt im Herbst droht. Ihr Wahlprogramm richtet sich gegen Studierendenschaften, gegen Demokratie und arbeitet an einem völkischen Umsturz. Sie ist Feind der Wissenschafts- und Kunstfreiheit, hat zahlreiche militante Neonazis in ihren Reihen und bedroht politische Gegner*innen, queere, jüdische und muslimische Menschen und Migrant*innen.
In der Pressemitteilung der Studierendenschaft aus Halle argumentieren Elias Zarrad, Co-Vorsitzender des Sturas, und Lukas Pöhl, Referent für äußere Hochschul- und Bildungspolitik, dass der Antrag der AfD demonstriert, dass es eine antifaschistische Offensive an den Hochschulen braucht.
Sie fordern von allen demokratischen Parteien eine klare Zurückweisung dieses Angriffs auf die Studierenden und auf die Hochschulautonomie an sich. Darüber hinaus erwarten sie von Hochschulen, der Regierung und allen Parteien jenseits der Faschist*innen, dass sie eine echte demokratische und antifaschistische Vision entwickeln. Zu diesem Zweck sind alle Studierenden und Uni-Mitarbeiter*innen dazu aufgerufen, am 30. April gegen das AfD-Event im Dormero Hotel in Halle auf die Straße zu gehen.
Und wenn du in Ostdeutschland studierst oder aus Ostdeutschland kommst und dich gegen Faschismus vor Ort und für eine zukunftsfähige Bildungspolitik einsetzen willst, dann komm‘ doch zum vierten Treffen des AK Ost am 26.04.2026 um 12 Uhr!
Umfrage zu Machtmissbrauch
an Hochschulen 🗳️
Studierende haben an Hochschulen oft wenige Möglichkeiten sich vor Machtmissbrauch zu schützen. Notengebung, Arbeit und Abschlussarbeiten ist von den Lehrenden oder Mitarbeitenden der Verwaltung abhängig. Dies sorgt Bundesweit für große Probleme, die viel zu oft als Einzelfälle abgetan oder gar nicht erst angesprochen werden.

Der Bundesausschuss GEW Studierende will einen Überblick darüber bekommen, wie der Stand zum Thema Machtmissbrauch an Hochschulen in den verschiedenen Bundesländern und Universitäten ist. Darauf aufbauend sollen konkrete Forderungen/Workshops etc. erarbeitet werden, die mehr Aufmerksamkeit auf dieses häufig totgeschwiegene Thema zu lenken.
Wir wurden aus diesem Grund darum gebeten diese Umfrage zu teilen und freuen uns, wenn ihr die Fragen im Bezug auf eure Hochschule beantwortet.
Falls ihr Anmerkungen oder Rückfragen zu der Umfrage habt, dann meldet euch gerne bei .
Wow, ihr habt es bis zum Ende des Newsletters geschafft! Vielen Dank für euer Interesse und eure Zeit!
Ob durch Beteiligung an unseren Angeboten, das Teilen von und Teilnehmen an Umfragen oder euren Einsatz vor Ort: Euer Engagement ist entscheidend für eine starke, solidarische und demokratische Studierendenvertretung. Gerade in Zeiten autoritärer Verhärtungen und durch den Rechtsruck zunehmender Bedrohtheit progressiver Hochschulpolitik ist diese besonders wichtig!
Schickt uns daher eure Städteberichte, Analysen und Kommentare zu den Zuständen an deutschen Hochschulen.
Wir wollen zeigen, wie die Bildungspolitik an der Realität scheitert und welche Folgen das vor Ort für Studierende, Lehre und Forschung hat. Dabei freuen wir uns natürlich auch über Berichte von Ansätzen und Projekten, durch die es euch gelungen ist, dem Schlussverkauf der Bildung etwas entgegenzusetzen.
Lasst uns gemeinsam festhalten, wie neoliberale Bildungspolitik sich auswirkt, wenn man nicht im Ministerium sitzt.
Die nächste Ausgabe unseres Newsletters erscheint Mitte Mai und wird an Mitgliedshochschulen und Interessierte verschickt.
