Der freie zusammenschluss der student*innenschaften fordert gegenüber relevanten Stakeholder*innen der Bildungspolitik und den Hochschulen folgende Maßnahmen für Students at Risk und Studierende aus Kriegs- und Krisenregionen.
Wir fordern gegenüber der Bundesregierung und den zuständigen Ministerien
- Eine unbürokratische und zeitnahe Erteilung von Visa zu Studienzwecken
- Berücksichtigung der vulnerablen Lage von sans-papiers* und staatenlosen Studierenden, sowie Anerkennung von Reisedokumenten aus Drittstaaten bei studienbezogenen Aufenthaltsgesuchen
- Einen Ausbau der Finanzierung des Hilde-Domin-Programmes im Auswärtigen Amt und eine Evaluation der Auswahlkriterien beim DAAD für ebendieses hinsichtlich seiner Zugänglichkeit für Studierende aus Kriegs- und Krisenregionen
- Eine Verkürzung der Wartezeit zwischen Bewerbung und Förderungsbeginn im Hilde-Domin-Programm ohne den Zeitraum zwischen Ausschreibung und Bewerbungsfrist einzuschränken
Wir fordern gegenüber den Hochschulen und Bundesländern
- Eine Evaluation und Anpassung der bisherigen Informations- und Beratungsangebote zur Studienplatzvergabe und zu Stipendien hinsichtlich ihrer Zugänglichkeit für Students at Risk und Studierende aus Kriegs- und Krisenregionen.
- Die Evaluation und Anpassung der bisherigen Auswahlkriterien für allgemeine Stipendienprogramme und Promotionsförderungen hinsichtlich ihrer Zugänglichkeit für Students at Risk und Studierende aus Kriegs- und Krisenregionen.
- Die Evaluation und Anpassung bisheriger Stipendienprogramme und Promotionsförderungen für internationale Studierende in Hinblick auf ihre Zugänglichkeit für Students at Risk und Studierende aus Kriegs- und Krisenregionen, sowie die Schaffung zusätzlicher Stipendienprogramme für ebendiese.
- Die Evaluation und Anpassung der bisherigen Auswahlkriterien zur Studienplatzvergabe für internationale Studierende hinsichtlich ihrer Zugänglichkeit für Students at Risk und Studierende aus Kriegs- und Krisenregionen.
- Die Evaluation und Anpassung der bisherigen Kriterien für die Gewährung von Nachteilsausgleichen in Hinblick auf ihre Berücksichtigung der besonders vulnerablen Lage von Studierenden aus Kriegs- und Krisenregionen.
- Die Evaluation und Anpassung der aktuellen Möglichkeiten finanzielle Unterstützung für die Entrichtung des Semesterbeitrags, sowie für studienbezogene Anschaffungen (Beispielsweise Literatur oder digitale Endgeräte) auch außerhalb von Stipendien für Students at Risk und Studierende aus Kriegs- und Krisenregionen mindestens kurz- und mittelfristig zu gewähren.
- Vereinfachung und zeitliche Beschleunigung des Anerkennungsprozesses nicht deutschsprachiger und/oder ausländischer Dokumente zur Ermittlung der Hochschulreife und des bisherigen Studienfortschritts von Students at Risk und Studierenden aus Kriegs- und Krisenregionen.
- Die Evaluation und Anpassung des bisherigen digitalen Lehrangebotes hinsichtlich internationaler Kooperationsmöglichkeiten mit Studierenden und Lehrenden aus Kriegs- und Krisenregionen, sowie Students at Risk.
- Die Evaluation und Anpassung weiterer digitaler Lehrformate, wie beispielsweise Summer Schools, hinsichtlich internationaler Kooperationsmöglichkeiten mit Studierenden und Lehrenden aus Kriegs- und Krisenregionen, sowie Students at Risk.
- Den Ausbau kostenloser, mehrsprachiger und barrierefreier Maßnahmen zur Studienvorbereitung und zur Orientierung im Studium, wie beispielsweise von Tutorien oder Peer-to-Peer Mentor*Innenprogrammen, für Students at Risk und Studierende aus Kriegs- und Krisenregionen.
- Erlass oder Stundung der Semestergebühren für Students at Risk und Studierende aus Kriegs- und Krisenregionen, sofern möglich.
- Die Abschaffung aller zusätzlichen Studiengebühren für Drittstaatler*innen
Wir fordern gegenüber Stakeholder*Innen in der Stipendienlandschaft
- Eine Evaluation und Anpassung der bisherigen Informations- und Beratungsangebote zu Stipendien hinsichtlich ihrer Zugänglichkeit für Students at Risk und Studierende aus Kriegs- und Krisenregionen.
- Die Evaluation und Anpassung der bisherigen Auswahlkriterien für bestehende Stipendienprogramme hinsichtlich ihrer Zugänglichkeit für Students at Risk und Studierende aus Kriegs- und Krisenregionen.
- Die Evaluation und Anpassung bisheriger Stipendienprogramme für internationale Studierende in Hinblick auf ihre Zugänglichkeit für Students at Risk und Studierende aus Kriegs- und Krisenregionen, sowie die Schaffung zusätzlicher Stipendienprogramme für Students at Risk und Studierende aus Kriegs- und Krisenregionen.
Darüber hinaus fordern wir bundesweit
- Koordinierung zwischen Institutionen der Hochschulbildung, Studierendenverbänden, Studierendenwerken und staatlichen Akteur*Innen, wie den zuständigen Ministerien und Behörden, um eine gesicherte Weiterführung des Studiums für bereits zugelassene Studierende aus Kriegs- und Krisenregionen zu gewährleisten. Dies bezieht sich auch explizit auf kurzfristige Sicherung des Lebensunterhalts durch Notdarlehen, -Stipendien, Zugriffe auf Sperrkonten und weitere Förderungsmöglichkeiten.
Der fzs e.V. setzt sich darüber hinaus auch bei weiteren bildungspolitischen Stakeholder*innen, wie beispielsweise der KMK, der Hochschulrektorenkonferenz, dem DAAD, den Studierendenwerken und der ESU in diesem Sinne für die Belange von Students at Risk und Studierenden aus Kriegs- und Krisenregionen ein.
*sans papier(s)= Unter als sans papiers bezeichneten Personen versteht man Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen keine Passdokumente besitzen. Sie stammen beispielsweise aus Regionen, deren Gesuch nach Staatlichkeit nicht (flächendeckend) anerkannt wird, haben auf der Flucht ihre Papiere verloren oder in ihren Heimatländern nie (Reise-)Dokumente erhalten.
Students at Risk sind Studierende und Promovierende, bei denen das Risiko besteht, dass ihnen in ihren Heimatländern formal oder de facto Grundrechte, insbesondere das Recht auf Bildung, verwehrt werden.
"fzs für Solidarität mit Students at Risk, sowie Studierenden aus Kriegs- und Krisenregionen" beschlossen auf der 77. Mitgliederversammlung